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Editorial

Hier kommt Nummer Zwei

 
Herr und Frau Varathan finden die Innenarchitektur ihres Restaurants richtig dufte. Wir haben sie gemacht und berichten darüber – in einer Reportage.
 
Sonst: Unsere Martha Grüter, Bel Etage ist jetzt ein Ausbildungsbetrieb und eine Holzkiste.
 
Unterhaltsames Lesen wünscht
Markus Kirchhofer

 

Ausbildung

Hallo Tamara!


Ganz schön clever, diese Tamara, dachten wir sofort. Und so sympathisch, wir haben sie grad noch einmal eingeladen, diesmal zur Schnupperlehre. Das passt, fanden wir. Sie auch, zum Glück. Und am 2. August hat sie ihre Lehre bei uns angefangen. Zeichnerin EFZ Fachrichtung Innenarchitektur – klingt ganz schön sperrig. Umfasst auch viel: Pläne nach Vorgaben der Innenarchitekten zeichnen und weiterentwickeln; Entwürfe von Hand oder per CAD selber gestalten; unglaublich viel über fast jedes Material wissen und und und. Wir freuen uns, Tamara bei uns zu haben. So sorgen wir selber für Branchen-Nachwuchs, erstmals übrigens. Dazu gehört eine Menge Engagement unsererseits. Tamara legt sich sowieso ins Zeug, ist schon bestens ins Team integriert. In vier Jahren wird sie dann alles drauf haben, was es braucht, um beruflich so richtig durchzustarten – auch das ist eine ganze Menge. Viel Erfolg, Tamara!

Reportage

Aus dem Alltag schaukeln


Schön ist der Spaziergang ins Restaurant Varathans nicht. Trashig. Vom Bahnhof Sursee am Gleis entlang zum Buchenhof. Neue Siedlung, irgendwie Agglo. Hm, das schöne Städtchen wäre ja eigentlich gleich um die Ecke, warum hier?

Immerhin, es sind wirklich nur für Minuten. Herr Varathan selber brauchte zwei Monate, als er zu Beginn der 1990er aus dem Kriegs-Sri-Lanka in die Schweiz floh, und das war alles andere als ein Spaziergang, lebensgefährlich. Hier putzte er erst Toiletten, wusch Geschirr, wollte dann mehr, schaffte und schuftete, schaffte es schliesslich und führte während fast zehn Jahren das Gasthaus St. Wendelin in Wauwil. Dann, im November 2014, hat er das Restaurant Varathans eröffnet, hier in Sursee. Jetzt also Tür auf und rein. Man ist sofort willkommen. Das muss der Gastgeber nicht sagen, der Gast spürt es, der ganze Raum sagt es.

Trotzdem: «Willkommen», lächeln Herr und Frau Varathan. Und? Hat es sich gelohnt, die Innenarchitektur mit der Bel Etage AG zu planen und auszuführen? «Die Leute sagen wow», so Herr Varathan. Mitten im Nachmittag hat es wenige Gäste, sie sitzen auf der Terrasse, trinken Kaffee, zypressenumsäumt. Neulich, bei einem Mittagsbesuch, war es voll. «Das ist fast immer so», Varathan bringt einen Kaffee, «wir richten Asiatisches an und Schweizerisches, achten auf Qualität.» Das kommt an, auch abends bei Paaren, kleinen und grossen Gesellschaften, Familien, Liebhabern guter und inspirierter Küche, Freunden eines angenehmen Ambientes.

«Doch Sie können einrichten, wie Sie wollen», sagt Varathan, «wenn die Küche und der Service nicht stimmen, kommen die Leute kein zweites Mal.» Er darf das sagen: Er ist mehrfach preisgekrönter Koch. Bekannt dafür, wie er, der Chrampfer, mit spielerischem Geschick die Esskulturen verbindet. Zum Beispiel seine Wildgerichte, es ist ja bald wieder Herbst: Rehgeschnetzeltes mit rotem Curry und Reis. Oder Sweet-and-sour aus dem Wok.

Zurück zur Innenarchitektur: «Ja, es hat sich gelohnt, jedes Detail ist durchdacht, alles ist leicht, man spürt das Asiatische, man fühlt sich aufgehoben, die Gäste sagen das immer wieder.» Schaut man genau, erkennt man mitten im Restaurant ein Schiff. Hinten, bei der Eingangstüre, das Heck. Eine goldene Büste aus Sri Lanka, in sich gekehrt, die Augen geschlossen. Regale mit Curry und Chili, alle scharf, sogar Kokos. Wauwiler Champignons in Essig-Most. Auszeichnungen. «Ehrenpreis des Schweizer Kochverbandes», zum Beispiel, und «Gesamtsieger Kocharena». In der Mitte das Schiffsdeck mit Sitzelementen, weiter vorne die Getränkeausgabe für den Service. An der Spitze das Essensbuffet für die Gäste. Alle Elemente sind individuell angefertigt.

Jetzt schiebt Herr Varathan Türen auf. Aha: das Säli. So ein Säli ist ja traditionellerweise Bestandteil eines jeden «Bären», «Sternen», «Löwen» und «Frohsinns», doch hier erinnert es an einen Speisesaal auf einem Kreuzfahrtsschiff. Die Stühle unglaublich bequem, Spiegel an der Wand, sie geben Raum, sind dennoch unaufdringlich, der Leuchter in der Mitte, schwarz, gedämpft. Kapitän Varathan schiebt die Türen wieder zu. Dort drüben steht eine riesige Vase, einer der vielen Gegenstände, die unser Markus Kirchhofer damals aus Asien mitgebracht hat. Dann fällt der Blick auf die runden Tische an der Wand, sie formieren sich zu einer Welle.

Ja, man könnte einfach hier bleiben. Sich über sanfte Wellen von Menu zu Menu tuckern lassen. Und da wird klar: Das Varathans, das ist gar kein Restaurant. Es ist eine Reise, und sie gondelt ihre Gäste aus dem Alltag hinaus.

Besten Dank, Herr und Frau Varathan, für die Gastfreundschaft.

 

www.varathans.ch

Portrait

Martha Grüter: Administration / Sachbearbeitung


Eigentlich sollte sie ja nur für drei Wochen aushelfen. Das war vor sieben Jahren. Seither gehört sie dazu. Als Junggebliebene in einem jungen Team, wie sie sagt. So kann's gehen, wenn man sich mit den Leuten gut versteht, zu allen einen guten Draht hat. Soziale Ader, die bleibt einfach. Vielleicht drückt da die Arztgehilfin durch - lang ist's her. Dann war sie selbständige Geschäftsfrau, holte sich das Rüstzeug, das sie noch heute braucht. Administration, Sekretariat. Und das Bestellwesen: die richtige Menge des richtigen Produktes in der richtigen Farbe zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Bei Martha scheint das ganz einfach. Und sie tut es mit vollem Engagement. Ausser am Montag, das ist sie Vollzeit-Omama. Auch das hält jung. So dass sie am Dienstagmorgen jeweils voll neuer Energie im Büro erscheint.

Das Ding

Hotelzimmer in Holzkiste


Unser Auftrag: ein Hotel entwerfen. Von null an. Einrichtungskonzept, Möblierung, Licht, Beschriftungen, Zutrittssystem, Deko. Machen wir ein Musterzimmer, sagen wir uns, an Ort und Stelle. Nur: Das Hotel ist zur Zeit eine Baustelle, kein Zutritt für Innenarchitekten. Also bauen wir das Zimmer nach: in einem leerstehenden Geschäftsraum. Rohbau, Beton, Glas – mittendrin eine riesige Holzkiste, exakt so gross wie das Zimmer. Darin eine Tür. Wer sie öffnet, landet direkt im Viersternehotel. Magnetkarte gesteckt, das Licht geht an: edles Interieur, Bad mit Dusche, stimmungsvolle Beleuchtung, Doppelbett, Tisch, Schrank. Alles da. Der Safe sogar, und die Minibar. Eins zu eins wie im richtigen Zimmer, bis ins kleinste Detail. An ein Musterzimmer kommt kein Plan, kein 3D-Rendering heran. Hier kann man anfassen, umstellen, austauschen, ausprobieren, in echt: ein anderer Sessel, eine neue Tapete, eine weichere Matratze. Bis alles stimmt. Genau so, wie es der Kunde wünscht. Dann geht’s aus der Holzkiste ins fertig renovierte Hotel.

Demnächst

Belvoir, Rüschlikon


Ein Hotel mit Geschichte. Und was für eine Lage! Die Bel Etage AG gestaltet soeben Lobby und Bar neu. Wie? Das zeigen wir im nächsten Newsletter. Au revoir, Belvoir!
Bel Etage AG
Ettiswilerstrasse 26
CH-6130 Willisau
Telefon +41 41 972 60 80
beletage@beletage.ch
www.beletage.ch

 
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