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TGD Newsletter Sonderausgabe
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Wir prägen Gesellschaft

Sommerakademie der
Türkischen Gemeinde in Deutschland

22.  - 26. Juli 2019

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
heute erhalten Sie eine Sonderausgabe unseres Newsletter - die Dokumentation der TGD-Sommerakademie 2019! Die vielen Eindrücke, die wir aus unserer nunmehr zweiten Sommerakademie mitgenommen haben, möchten wir mit Ihnen teilen. Hoch engagierte junge Menschen, tolle Referentinnen und Referenten und ein spannendes Programm machten die Tage zu einem motivierenden, erkenntnisreichen und hoffentlich nachhaltigen Erlebnis, das uns gut in Erinnerung bleiben wird.
Lesen Sie selbst!
Die Idee
Das Programm
Die Referent*innen
Die Organisationen
Dank
Die Idee
Du interessierst Dich für Politik? Du willst Dich einmischen? Und wolltest immer schon mitmachen, statt nur zu reden und zu liken? Dann bewirb Dich bei unserer SOMMERAKADEMIE!
Erlebe hautnah mit, wie Politik gemacht wird. Stärke Deine Diversity-Kompetenzen und lerne, wie Du durch sie die Gesellschaft und die Arbeitswelt bereichern kannst. Sei dabei und triff andere engagierte Leute, die Lust haben, unsere Zukunft mitzugestalten!

 – Dies war der Aufhänger, mit dem sich engagierte junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren für die zweite Sommerakademie der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) bewerben konnten. Und so kamen 22 Leute aus allen Ecken Deutschlands für eine Woche, vom 22. bis zum 26. Juli 2019, in Berlin zusammen unter dem Motto: Wir prägen Gesellschaft! #summeroffuture19. Mit dabei waren in diesem Jahr auch sechs Alumni der 1. Sommerakademie, die eine Brücke zwischen der 1. und der 2. Sommerakademie schlugen und das Netzwerk von Sommerakademie-Alumni vorantrieben.
Das Ziel unserer Woche in Berlin: Andere engagierte Menschen kennenlernen und sich zusammentun, sich im Bereich Diversity-Kompetenzen weiterbilden, sich mit der eigenen vielfältigen Identität auseinandersetzen, selbstbestimmt Themen setzen und mit Expert*innen diskutieren und hautnahe Einblicke in die Abläufe im Bundestag und in Bundes- und Landesverwaltungen bekommen. Bestenfalls entstanden dabei Impulse für die eigene Berufsorientierung und viel Motivation, wodurch wir unsere Gesellschaft mit-/prägen können und das auch schon tagtäglich auf den unterschiedlichsten Ebenen tun.
Das Programm
Herzlich Willkommen 

Den Auftakt der zweiten Sommerakademie der TGD bildete ein Get-together in schöner Atmosphäre des „Café brennbar“ auf dem Gelände der Alten Feuerwache im Herzen Berlins. Steckbriefe, Speed-Dating und blindes Zeichnen des Gegenübers führten zu einem bunten und unterhaltsamen Abendprogramm.

Wir prägen Vielfalt

Der erste Tag der Akademie startete mit einem mehrstündigen Diversity-Training. Dabei probierten die Teilnehmer*innen Übungen aus, um die verschiedenen Merkmale von Vielfalt wahrzunehmen (soziale Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung etc.) und sich selbst zu verorten. Ein anschließendes Argumentationstraining half, sich Handlungsoptionen gegenüber diskriminierenden Denk- und Verhaltensweisen bewusst zu machen, gemeinsam zu diskutieren und direkt auszuprobieren.
Begleitet wurde der Workshop von José Rüdiger Hamm. Er ist langjähriger Anti-Bias-Trainer und Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus.

Wir prägen Ideen

Um im Rahmen der Sommerakademie eine Nachhaltigkeit zu schaffen, waren Alumni der letzten Akademie „Wir sind’s – die Zukunft!“ von 2018 eingeladen. Sie konnten sich an der Organisation der diesjährigen Sommerakademie beteiligen und einen eigenen Zeitslot gestalten. Sechs Alumni kamen diesem Aufruf nach und berichteten in ihrem Programmpunkt von der letzten Sommerakademie, sprachen über erfolgreiches Netzwerken, eigene Projekte und gaben einen Überblick über die Referent*innen und ihre Arbeitsbereiche der anstehenden Woche.

Wir prägen Medien

Am nächsten Tag zogen wir morgens gemeinsam los, um das frisch eingeweihte ofis des renk.-Magazins im Wedding zu besuchen. Wir trafen uns dort mit der Gründerin von renk., Melisa Karakuş, und mit Esra Karakaya aka Ms Blackrock, die bei den Datteltätern aktiv ist und inzwischen ihre eigene Talksendung BlackRockTalk ins Leben gerufen hat. Die beiden empfingen uns mit leckeren Simit und Çay und wir kamen sofort in ein angeregtes und inspirierendes Gespräch: Esra startete und fragte in die Runde, für was wir brennen und was unsere Leidenschaften sind. Sie ermunterte die Teilnehmer*innen, für ihre Träume und Ziele einzustehen und sich durch steinige Wege nicht beirren zu lassen. Melisa erzählte, wie sie dazu kam, ein eigenes Kulturmagazin an der deutsch-türkischen Schnittstelle zu gründen: Vor allem, weil sie es satt hatte, in die immer gleiche Schublade gesteckt zu werden und die Vielfalt deutsch-türkischer Identität(en) und Kreativität sichtbarer machen will. Außerdem diskutierten wir Fragen wie: Warum reproduzieren viele Medien immer wieder die gleichen stereotypen Bilder von Menschen mit türkischen oder anderen Wurzeln? Oder von Frauen, die ein Kopftuch tragen? Warum sitzen in den großen Talkrunden immer die gleichen Menschen, die mitnichten unsere vielfältige Gesellschaft abbilden?
Eine absolute Empfehlung: Das neue Talkformat von renk – Candlelight Döner. Eine erste Folge ist bereits Online.

Wir prägen Politik

Nach einem Picknick im Tiergarten gestaltete sich der Besuch im Bundestag bei Gökay Akbulut, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke und deren integrations- und migrationspolitische Sprecherin, etwas chaotisch. Das lag nicht nur daran, dass Frau Akbulut krankheitsbedingt leider verhindert war, sondern war auch der Tatsache geschuldet, dass an diesem Tag Frau Annegret Kramp-Karrenbauer kurzfristig als neue Verteidigungsministerin vereidigt wurde. Das Gelände rund um den Bundestag und das Paul-Löbe-Haus war weiträumig abgesperrt – dennoch durften wir schlussendlich die Aussicht auf der Kuppel genießen und unser Gespräch mit Mitarbeiter*innen von Frau Akbulut führen: Ali Fırat, der Büroleiter von Akbulut und Clara Bünger (Referentin), berichteten vom parlamentarischen Alltag und ihren Aufgaben im Büro der Abgeordneten. Außerdem gab ein Fraktionsreferent Einblicke in den Stand der Ermittlungen des Untersuchungsausschusses zum Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz. Besonders interessant fanden die Teilnehmer*innen Angelegenheiten wie das Migrationspaket und den UN-Migrationspakt. Auch das konfliktbehaftete Thema der Entkriminalisierung der PKK bzw. von Kurdinnen und Kurden in Deutschland, wie es die Linke offiziell fordert, führte zu einem angeregten Austausch.

Wir prägen Integration

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg ins Kanzleramt. Da die Integrationsbeauftragte Frau Anette Widmann-Mauz leider verhindert war, trafen wir uns mit Frau Honey Deihimi, die seit 2011 im Arbeitsstab der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration die Referatsleitung des Bereichs Gesellschaftliche Integration innehat. Frau Deihimi gab einen historischen Überblick auf die Entwicklung des Amtes der Bundesbeauftragten und auf die gesellschaftlichen Debatten im Kontext von Migration und Integration in Deutschland. Sie macht sich stark für die aktive Einbindung von Migrantenorganisationen und neuen deutschen Organisationen und sieht die Zukunft in gleichen Teilhabechancen für alle Menschen.
Abschließend besichtigten wir das Kanzleramt und den Kabinettssaal mit der berühmten Adenauer-Uhr. Wir machten einen kleinen Rundgang im Ort des Presseempfangs und den internationalen Konferenzsaal und konnten dort die hausinterne Rohrpost begutachten und die bewusste Schlichtheit des Gebäudes erleben.

Wir prägen Verwaltung

Das Gespräch mit Sawsan Chebli und Orkan Özdemir rundete den Tag ab. Chebli ist Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie besuchte uns erfreulicherweise bereits zum zweiten Mal. Özdemir ist Grundsatzreferent für interkulturelle Angelegenheiten, angedockt beim Berliner Innensenator – auch er war zum zweiten Mal dabei. Beide berichteten aus ihrem Alltag in der Verwaltung und darüber, wie sie ihren Weg auf diese Stellen gefunden haben. Es entbrannten auch prompt parteipolitische Debatten über den richtigen Umgang mit Klimathemen, der AfD und wie sich Parteien mehr für Menschen mit eigener oder familiärer Migrationsgeschichte öffnen könnten.

Wir prägen Zukunft

Zum Abschluss der Akademie redeten wir über die letzten Tage. Über das, was einem gut gefallen hat und was bei der nächsten Sommerakademie noch besser gemacht werden könnte. Vor allem entwickelten wir erste Ideen für einen bundesweiten Jugendkongress und drücken nun die Daumen, dass diese Pläne schon ganz bald umgesetzt werden können… Wir sind gespannt!
Die Referent*innen
Gökay Akbulut hat kurdische Wurzeln, kam 1990 nach Deutschland und machte 2003 ihr Abitur am Gymnasium Hamm in Hamburg. Anschließend studierte sie Soziologie, Politologie und Öffent-liches Recht an der Universität Heidelberg. Nach ihrem Studien-abschluss arbeitete sie mehrere Jahre im Bildungs- und Berufs-beratungsbereich und setzte sich hierbei für Menschen in benach-teiligten Lebenslagen ein. 2006 entschied sie sich dazu, der Links-partei beizutreten. Seit 2012 unterstützt sie ihre Partei im Kreis-verband Mannheim und von 2014 bis 2018 war sie Stadträtin im Gemein-derat von Mannheim. Im September 2017 wurde sie in den Deutschen Bundestag gewählt. Die Schwer-punkte ihrer Arbeit liegen in der Migrations- und Integrationspolitik sowie in der Bildungspolitik.
 
Sawsan Chebli (geb. 1978) ist seit 2016 die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie war von 2014 bis 2016 stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amts bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Von 2010 bis 2014 war Sawsan Chebli Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport. In dieser Position förderte sie vor allem interreligiöse Projekte, und auch heute setzt sie sich intensiv für den Austausch zwischen Muslimen & Juden und für den Kampf gegen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ein. Als Staatssekretärin initiiert und unterstützt sie zivilgesellschaftliches Engagement und Demokratie- und Menschenrechtsstärkende Projekte wie z.B. „Farben bekennen“.

 
Honey Deihimi lebt seit 1993 in Deutschland. An den Universitäten Hannover, Le Havre (Frankreich) und Durham (Großbritannien) studierte sie Rechtswissenschaften und Europarecht. Nach ihrem 2. Juristischen Staatsexamen arbeitete sie zunächst als Rechtsanwältin in Brüssel; ab 2005 war sie im Europäischen Parlament tätig. Von 2007 bis 2011 war sie Integratonsbeauftragte des Landes Niedersachsen – bundesweit die erste mit Migrationshintergrund. Seit August 2011 leitet sie im Bundeskanzleramt das Referat „Gesellschaftliche Integration“ bei der Bundesintegrationsbeauftragten.
 
José Rüdiger Hamm ist Diplom-Politologe und freier Anti-Bias-Trainer in der antidiskriminierenden Bildungsarbeit. Seit 2009 ist er Lehrbeauftragter an der Alice-Salomon- Hochschule und seit 2017 Koordinator der Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus e.V.


 
Esra Karakaya aka Ms Blackrock ist Videojournalistin und Content Creatorin. Sie arbeitet derzeit als Webvideokünstlerin für den Youtube-Kanal „Datteltäter“ und gründete 2018 ihr eigenes Youtube-Talkformat „BlackRockTalk“. In diesem lässt sie die Personen zu Wort kommen, denen im öffentlichen Diskurs häufig eine Stimme verwehrt bleibt. Sie hat ein Format geschaffen, in dem People of Color und andere Menschen, die in Deutschland marginalisiert werden, über ihre Erfahrungen sprechen und über ganz unterschiedliche Themen gemeinsam diskutieren können.
 
Melisa Karakuş ist freiberufliche Grafikdesignerin im Kollektiv maluma&takete und Masterstudentin der Universität der Künste Berlin. Während ihres Bachelor of Arts an der FH Dortmund hat sie das renk. Magazin ins Leben gerufen. Hier werden kreative Menschen portraitiert und Geschichten zu Themen wie Kunst, Kultur und Design mit deutsch-türkischer Schnittstelle erzählt.
 
Orkan Özdemir wurde 1982 in Berlin geboren. Während seines Studiums der Politikwissenschaften, am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin, war er tätig bei der Bundeszentrale für politische Bildung und im Bundestag. Nach seinem Studium wechselte er in eine Beratungsagentur und wurde nach drei Jahren Leiter der Politikberatung. Seit Mitte 2017 ist Orkan Özdemir Grundsatzreferent für interkulturelle Angelegenheiten beim Berliner Innensenator. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Orkan Özdemir Verordneter im Bezirk Tempelhof-Schöneberg und integrationspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
Die Organisationen
Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg (tgbw), Mitglied der TGD, ist ein überparteilicher und unabhängiger Verein, der sich dem Gebot der Gleichheit und des Respekts gegenüber allen Religionen und dem Ziel einer offenen und pluralistischen Kultur verpflichtet sieht. Der Verein unterstützt das friedliche und solidarische Zusammenleben der in Baden-Württemberg lebenden Menschen durch konsequentes Eintreten für gleiche Rechte aller Bevölkerungsteile. Die tgbw setzt sich als Interessenvertretung verschiedener Mitgliedsorganisationen für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund ein und gestaltet aktiv unsere deutsche Gesellschaft mit.

 
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) gestaltet als bundesweiter Dachverband seit mehr als 20 Jahren die Einwanderungsgesellschaft in Deutschland. Als langjährige Expert*innen mit vielfältigen Migrationsgeschichten übernehmen sie Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dabei sieht sich der Verband als Brückenbauerin und Vermittlerin zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie zwischen Politik und Gesellschaft.
 
Young Voice TGD  ist ein demokratischer, interkultureller, pluralistischer und säkularer Jugendverband und setzt sich für gleichberechtigte, barrierefreie Teilhabechancen insbesondere junger Menschen ein. Im Fokus steht die Sensibilisierung und Awareness-Bildung aller in Deutschland lebenden Menschen bezüglich vielfältiger Lebensweisen, kulturellen und religiösen Einstellungen, sexueller Orientierung und Identität/en sowie die Förderung des ökologischen Bewusstseins.

 
Dank
Wir danken dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die finanzielle Förderung dieses Projekts.
Die Sommerakademie der TGD wurde im Rahmen des Projekts Strukturförderung zum bundeszentralen Träger durchgeführt und gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Außerdem danken wir allen Referentinnen und Referenten für das Interesse an der Sommerakademie und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die diese Woche mit Leben gefüllt haben!
 
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