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TGD Newsletter Sonderausgabe
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Wir sind’s – die Zukunft!

Sommerakademie der
Türkischen Gemeinde in Deutschland

30. Juli bis 3. August 2018 in Berlin

Liebe Leserinnen und liebe Leser,
heute erhalten Sie eine Sonderausgabe unseres Newsletter - die Dokumentation der TGD-Sommerakademie 2018! Die vielen Eindrücke, die wir aus unserer ersten Sommerakademie mitgenommen haben, möchten wir mit Ihnen teilen. Hoch engagierte junge Menschen, tolle Referentinnen und Referenten und ein spannendes Programm machten die Tage zu einem motivierenden, erkenntnisreichen und hoffentlich nachhaltigen Erlebnis, das uns gut in Erinnerung bleiben wird.
Lesen Sie selbst!
Die Idee
Das Programm
Die Referent*innen
Die Organisationen
Dank
Die Idee
Du interessierst Dich für Politik? Du willst Dich einmischen? Und wolltest immer schon mitmachen, statt nur zu reden und zu liken? – Dies war der Aufhänger, mit dem sich engagierte junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren für die erste Sommerakademie der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) bewerben konnten. Und so kamen 25 Leute aus allen Ecken Deutschlands für eine Woche, vom 30. Juli bis zum 3. August 2018, in Berlin zusammen unter dem Motto: Wir sind’s – die Zukunft! #summeroffuture18. Das Ziel: Andere engagierte Menschen kennenlernen und sich zusammentun, sich im Bereich Diversity-Kompetenzen weiterbilden, eigene Themen setzen und hautnahe Einblicke in Abläufe im Bundestag und Ministerien bekommen. So bot das vielfältige Programm einen Rahmen im Kontext (Jugend-)Engagement und Jugendbeteiligung, Diversity-Mainstreaming, Berufsorientierung und Biografiearbeit.
Organisiert wurde die Sommerakademie von der TGD gemeinsam mit der Türkischen Studierendenplattform Frankfurt, mit der Türkischen Gemeinde in Baden-Württemberg und Young Voice TGD.
Das Programm
Wir sind’s – der Plural

Die Akademie startete mit einem mehrstündigen Diversity-Training. Die Kürze der Zeit zwang uns dazu, das Training zu fokussieren und zu verschlanken. So stand der Aspekt des persönlichen Empowerment im Vordergrund: Der Austausch über eigene Diskriminierungserfahrungen und die Diskussion darüber, wie wir uns „besser“ – sprich: für sich selbst stärkender, vielleicht mutiger – in  entsprechenden Situationen verhalten können.

 
Wir sind’s – die Engagementprofis

Dieser Workshop war ganz dem ehrenamtlichen Engagement gewidmet. Alle Teilnehmer*innen erstellten Steckbriefe über sich und sammelten, wo sie sich gesellschaftlich einbringen, was ihr Engagement befördert und was es erschwert. Im Anschluss diskutierten wir mit Orkan Özdemir, dem Berliner Grundsatzreferenten für interkuklturelle Angelegenheiten, und Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert darüber, warum Engagement von jungen Leuten so wichtig ist, was sie persönlich in ihren Arbeitskontexten motiviert und was Aktivismus erfolgreich macht. Fazit: Wir sollten alle unsere eigenen Netzwerke aufbauen und nutzen, stets die großen Ziele im Blick haben und „groß denken“ (Kühnert), auf Öffentlichkeitsarbeit setzen und etwas Geduld haben, denn „Ehrenamt ist ein Marathon“ (Özdemir).
 
Wir sind’s – erfolgreich im Beruf

Zu diesem Programmpunkt hatten wir zwei Referentinnen aus der Bundes- und Landesverwaltung eingeladen: Zakia Chlihi und Sawsan Chebli. Da Frau Chlihi kurzfristig absagen musste, konnten wir Nilden Vardar aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gewinnen. Beide Referentinnen haben wir gefragt, wie sie es in ihre leitenden Funktionen geschafft haben, was ihre Arbeitsbereiche ausmacht und wie sie ihren Alltag im Hinblick auf Diskriminierungserfahrungen erleben. Es wurde deutlich, dass es insbesondere in den Verwaltungen einen großen Bedarf an Maßnahmen der interkulturellen Öffnung gibt (das BMFSFJ geht diesbzgl. mit gutem Vorbild voran) und dass es viel mutiger Eigeninitiative bedarf, um in höhere Positionen in der Verwaltung zu kommen. Eindrücklich und aufrüttelnd waren auch die Schilderungen über allgegenwärtige Ungleichbehandlung in Bezug auf das Geschlecht auf allen Arbeitsebenen.
Chebli twitterte: „Gerade mit engagierten jungen Migranten in der #summeroffuture18 diskutiert über Engagement und Aufstiegschancen in Deutschland. That’s the future!“
Wir sind’s – die Politik von morgen

Im sechsten Stock des Jakob-Kaiser-Hauses empfing uns der Grünen-Abgeordnete Danyal Bayaz, der seit Herbst 2017 erstmalig Mitglied im Bundestag ist. Er gab uns Einblicke in die Arbeit im Bundestag, wie er selbst eigentlich den Weg in die Politik gefunden hat (Bayaz versteht sich explizit nicht als Berufspolitiker) und tauschte sich mit uns zu allerlei Themen aus: Bedingungsloses Grundeinkommen, Energiewende & Klimawandel und Gesundheitspolitik. Anschließend durften wir den Weg der Abgeordneten hoch auf die Kuppel nehmen, um dann schnell zum nächsten Termin zu hechten.
Gut gefallen hat uns die Zusammenfassung von Bayaz selbst zum Termin: „Besuch von der Summer-Academy der türkischen Gemeinde in Deutschland. Warum haben wir zu wenig Pfleger? Wie verändert sich die Arbeitswelt? Wie gelingt die Energiewende? Tolle Diskussion mit mega engagierten jungen Menschen! Und keine einzige Frage zu Özil&Co - das sagt mir, dass gerade die junge Generation in der pluralen Gesellschaft weiter ist als uns manche Debatten weiß machen möchten. #Summeroffuture18“
Die Deutschlandstiftung Integration gibt es seit 2008 und seit einigen Monaten ist Gonca Türkeli-Dehnert dort Geschäftsführerin. Mit ihr sowie Mikolaj Ciechanowicz, dem Leiter des Stipedienprogramms "Geh deinen Weg", trafen wir uns im Büro der Stiftung. Türkeli-Dehnert berichtete über bisherige Aktivitäten der Stiftung, etwa die Kampagne "Raus mit der Sprache. Rein ins Leben.“ und weitere Planungen wie eine Kampagne zur Steigerung der Präsenz von Menschen mit Migrationsgeschichte im öffentlichen Dienst. Ciechanowicz warb für das Mentoring- und ideelle Stipendienprogramm "Geh deinen Weg", welches junge, engagierte und erfolgreiche Menschen mit Migrationsgeschichte mit namhaften Mentor*innen aus vielfältigen Branchen zusammenbringt.
Wir sind's - für die Themen von morgen

Der vorletzte Tag der Sommerakademie stand im Zeichen der eigenen Themenfindung. Bei einem ganztägigen Open Space hatten die Teilnehmer*innen Gelegenheit, eigene Themen zu setzen, sich darüber auszutauschen und konkrete Vorhaben und Handlungspläne daraus zu entwickeln. Die Jugendlichen diskutierten Fragen zu Empowerment von Frauen (wie kann mehr Solidarität unter Frauen* hergestellt werden?), interkulturelle Öffnung (wann bin ich eigentlich integriert? Wie kann sich eine gerechte Teilhabe etablieren?), effizientes Engagement (wie können wir große Massen mobilisieren?) sowie demografischer Wandel und gesellschaftliche Werteverschiebungen.
Die Referent*innen
Dr. Danyal Bayaz ist gebürtiger Heidelberger und lebt - nach Stationen wie dem Politik- und Wirtschaftsstudium in Stuttgart oder seiner Forschungszeit an der Cornell University in New York - in seiner Heimatstadt. Als "Kind der Globalisierung" mit einem deutschen und einem türkischen Elternteil ist er überzeugter Europäer. Bayaz engagiert sich ehrenamtlich u.a. als Botschafter in der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen.
Foto: © Florian Freundt

 
Sawsan Chebli ist seit 2016 die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales. Sie war von 2014 bis 2016 stellvertretende Sprecherin des Auswärtigen Amts bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Von 2010 bis 2014 war Sawsan Chebli Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport. In dieser Position förderte sie vor allem interreligiöse Projekte. Als Staatssekretärin initiiert und unterstützt sie zivilgesellschaftliches Engagement und Demokratie- und Menschenrechtsstärkende Projekte wie z.B. „Farben bekennen“.

 
Geboren 1989 in West-Berlin ist Kevin Kühnert mit 15 Jahren in die SPD eingetreten. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und ist seit November 2017 Bundesvorsitzender. Im Frühjahr 2018 hat der 29-jährige Student an der Spitze der „NoGroko“-Bewegung bundesweite Bekanntheit erlangt. Wenn er nicht für die Politik unterwegs ist, findet man Kühnert als Zuschauer auf den eher unbedeutenden Sportplätzen der Republik.
Foto: ©Nick Neufeld
 
Orkan Özdemir wurde 1982 in Berlin geboren. Während seines Studiums der Politikwissenschaften, am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin, war er tätig bei der Bundeszentrale für politische Bildung und im Bundestag. Nach seinem Studium wechselte er in eine Beratungsagentur und wurde nach drei Jahren Leiter der Politikberatung. Seit Mitte 2017 ist Orkan Özdemir Grundsatzreferent für interkulturelle Angelegenheiten beim Berliner Innensenator. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Orkan Özdemir Verordneter im Bezirk Tempelhof-Schöneberg und integrationspolitischer Sprecher der SPD Fraktion.
 
Nach ihrem Jurastudium in Berlin war Gonca Türkeli-Dehnert nach verschiedenen Stationen in Wirtschaft und Rechtsberatung im In- und Ausland zuletzt im Arbeitsstab der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung im Bundeskanzleramt tätig. Dort verantwortete sie unter anderem die Bereiche gesellschaftlicher Zusammenhalt und Bekämpfung von Rassismus sowie religiösem Extremismus. Im Februar 2018 übernahm sie die Geschäftsführung der Deutschlandstiftung Integration.
Nilden Vardar ist Referentin und stellvertretende Referatsleiterin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort betreut sie das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ und befasst sich mit Fragen der Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention. Ihren Magister‐Abschluss der Politikwissenschaft absolvierte sie an der Universität Bonn. Vor ihrer Tätigkeit im Bundesfamilienministerium arbeitete sie u.a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg zu Fragen der Integrationsforschung. Sie promoviert zudem an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies (BGSMCS) der Freien Universität Berlin.
Die Organisationen
FraTÖP wurde im Jahr 2009 als Studierendenplatform in Frankfurt gegründet. Mittlerweile sind wir weit mehr als das und befassen uns besonders seit 2016 – nach unserer Umwandlung in einen eingetragenen Verein – mit folgenden Themen und Aktivitäten: Wissensaustausch bzgl. Stipendien, Praktika oder Wohnungssuche, Organisation von Seminarreihen, Kulturevents oder Podiumsdiskussionen, Rechtsberatung für studentische Angelegenheiten und die Förderung von ehrenamtlichem Engagement im kulturellen, sozialen und bildungstechnischen Bereich.
 
Die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg (tgbw), Mitglied der TGD, ist ein überparteilicher und unabhängiger Verein, der sich dem Gebot der Gleichheit und des Respekts gegenüber allen Religionen und dem Ziel einer offenen und pluralistischen Kultur verpflichtet sieht. Der Verein unterstützt das friedliche und solidarische Zusammenleben der in Baden-Württemberg lebenden Menschen durch konsequentes Eintreten für gleiche Rechte aller Bevölkerungsteile. Die tgbw setzt sich als Interessenvertretung verschiedener Mitgliedsorganisationen für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund ein und gestaltet aktiv unsere deutsche Gesellschaft mit.
 
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) gestaltet als bundesweiter Dachverband seit mehr als 20 Jahren die Einwanderungsgesellschaft in Deutschland. Als langjährige Expert*innen mit vielfältigen Migrationsgeschichten übernehmen wir Verantwortung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dabei sehen wir uns als Brückenbauer und Vermittlerin zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund & zwischen Politik und Gesellschaft.
 
Young Voice TGD ist ein demokratischer, interkultureller, pluralistischer und säkularer Jugendverband und setzt sich für gleichberechtigte, barrierefreie Teilhabechancen insbesondere junger Menschen ein. Wir  möchten die Sensibilisierung und Awareness-Bildung aller in Deutschland lebenden Menschen bezüglich vielfältiger  Lebensweisen, kulturellen und religiösen Einstellungen, sexueller Orientierung und Identität/en sowie das ökologische Bewusstsein fördern.
 
Dank
Wir danken dem Ministerium des Innern, für Bau und Heimat und der zuständigen Behörde, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, für die finanzielle Förderung dieses Projekts.
Die Sommerakademie der TGD wurde im Rahmen des Projekts Strukturförderung von Migrantenorganisationen, gefördert durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, durchgeführt.

Außerdem danken wir allen Referentinnen und Referenten für das Interesse an der Sommerakademie und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die diese Woche mit Leben gefüllt haben!
Unterstützen Sie unsere Arbeit!
Deutsche Bank Hamburg // IBAN: DE82 2007 0024 0651 6710 00 // BIC: DEUTDEDBHAM // Die TGD ist als gemeinnützige Organisation anerkannt. Auf Wunsch wird Ihnen eine Spendenquittung ausgestellt.
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