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Aktuelles für die Lieferung am Donnerstag, 16.6. und Freitag, 17.6.2022

Gemüse: Sie haben die Möglichkeit, die fix zusammen gestellte Gemüsekiste oder die Gemüsesorten einzeln zu bestellen. Es gibt Mangold und Frühkraut.

Gemüsekiste: 1 Stk Fenchel, 1 Stk Frühkraut, 1 kg Kartoffel mehlig, 1 Frühlingsknoblauch, 300 g Mangold,  200 g Rhabarber, 1 Kopfsalat, 1 Bund Frühlingszwiebel

Vom 23. und 24. Juni wird es wieder Schafprodukte (Leberkäse, Extrawurst und Bratwürste) und Lammfleisch vom Biohof Sallinger geben. Die Schafprodukte und das Lammfleisch können nur bis 13. Juni per Mail bestellt werdenAusgeliefert wird in der Bestellreihenfolge. 

Buchempfehlung: "Bodenlos" von Franz-Karl Rödelberger

1993 habe ich meinen ersten Almsommer als Sennerin verbracht, abseits von Strom und Zufahrtsstraße, abseits von modernen Hilfsmitteln Käse, Topfen und Butter erzeugen, so wie schon die Senner in den Jahrhunderten vor mir. Nach dem Almabtrieb habe ich mir dann, die damals 3. Auflage von "Bodenlos" gekauft (ISBN 978-3-7214-0622-1). Im Nachhinein muss ich sagen, das Buch hat mich damals einfach gefunden. Jedes Kapitel hat etwas für mich parat gehabt.
Als kurze Leseprobe möchte ich das Kapitel "Der stumme Acker" für Sie zusammen fassen. Nicht nur, weil es zeigt, dass gesunde Arbeitsweise Erfolg haben und Kosten sparen kann (auch wenn einige Aspekte durch das Kürzen gelitten haben), man kann auch erkennen, wie viel Arbeitsleistung in so etwas simplen wie "Pferdefutter" steckt. Das Beispiel stammt aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, als noch nicht jeder Hof über einen Traktor verfügte, das selbst angebaute "Pferdefutter" noch nicht vom importierten Diesel abgelöst wurde und Gentechnik noch nicht bekannt war. Vieles was heute mit Maschinenring, wenigen Personen und automatisiert abläuft, war damals noch Handarbeit.  Auch an der Erziehungsanstalt für schwer erziehbare Buben in der Schweiz, an der Rödelberger als Erzieher tätig war, war es nicht anders. Die 60 Buben mussten in der Landwirtschaft mit anpacken, wenn man so will, ein damaliges Bootcamp.

... Rascher als ich dachte bot sich eine Gelegenheit, denn morgen sollte der Haferacker hergerichtet werden.
Dem Verwalter erklärte ich sorgfältig den Plan. Es muss ein lustiges Bild gewesen sein, der bedächtige, im Dienste der Landwirtschaft ergraute Verwalter und daneben der junge feurige Revolutionär, der getragen von der Hoffnung, nicht gleich ein Nein zu hören, das Neue vortrug: Weniger tief pflügen, möglichst in der lebendigen Schicht bleiben, Kunstdünger weglassen.
Die umzubrechende Wiese hatte vorher drei Jahre Klee getragen. Im Herbst war auf die ganze Fläche alter Mist verteilt worden. Die Vorbedingungen waren also recht gute. Man könnte es riskieren. Dann ein gutes Saatdatum heraussuchen, nahe am Vollmond. Und statt gleichmäßig säen, drei Reihen etwas enger säen und durch Weglassen der vierten Reihe einen Zwischenraum erreichen.
...
Doch wer hätte nicht schon gesehen, dass selbst dort, wo ein Getreidefeld (von schwerem Regen und Sturm) platt daliegt, der Rand, die ersten fünfzig Zentimeter, stehen geblieben sind! Das hängt damit zusammen, dass da, wo die Sonne die Möglichkeit hat, den ganzen Halm zu bescheinen, die einzelnen Halme gesünder und kräftiger werden. Diese Beobachtung und Tatsache kann man sich zunutze machen, indem Schneisen oder Lichtschächte über den ganzen Acker hin offen gelassen werden ... Nach Aussage der Praktiker an dem Einführungskurs in Stuttgart tritt durch den Ausfall des Getreides in den Lücken keine Ertragsverminderung  ein, weil sich die anderen Ähren um so schöner entwickeln.
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Und was ist mit dem Unkraut? Da nehmen wir den Unkrautstriegel, spannen ein Pferd davor und striegeln, was das Zeug hält, alle 10 Tage einmal, dass dem Unkraut hören und sehen vergeht.
Und was ist wegen des schwachen Bestandes, dem man dann nicht nachhelfen kann mit Ammonsalpeter? Ja, da kannte ich auch nichts! Ich wusste damals noch nicht, dass mit jedem Hacken des Getreides etwa 100 Kilogramm natürlicher Luftstickstoff in die Erde dringt, zum Teil dadurch, dass sich die oberste Kruste, die sich nach schwerem Regen bildet, gebrochen wird und die Erde wieder richtig atmen kann.
...

Kurz gesagt, nach langem Argumentieren darf Rödelberger den Versuch wagen, nach dem er das Risiko übernimmt, wenn der Hafer ausfallen sollte, mit seinem eigenen Geld das Futter für die Pferde zu kaufen.
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Er
(der Verwalter) war einverstanden! Und zum ersten Mal war auch der Karrer (Kutscher) mit von der Partie, denn die Pferde mussten bei der flachen Bodenbearbeitung nicht so geschunden werden.
Natürlich wäre es besser gewesen, die Bearbeitung im Herbst durchzuführen. Aber es ließ sich nicht ändern. Zudem war erst Februar und der Boden gefroren.
Nach dem Pflügen wurde geeggt. Da es noch sehr früh im Jahr war, hatte das Unkraut Gelegenheit zum Keimen. Und wie es kam! Wie ein grüner Hauch überzog es den ganzen Acker. Mit der schweren Egge sind wir zweifach darüber gefahren!... So ist es dem Unkraut schlimm ergangen. Zwei sonnige Tage, ein ordentlicher Nachtfrost dazu - und es hatte ausgehaucht.
Dann kam der Saattag. Schönstes Wetter! Längst war die Sämaschine mit 15 cm Abstand eingestellt, das Saatgut in Säcken bereit und schon auf dem Wagen. Die Pferde davor und los ging es.
Draußen auf dem Acker angekommen, war schon der Nachbar auf seinem danebenliegenden Stück fest bei der Arbeit und säte tatsächlich auch Hafer. Tief hatte er vorher gepflügt. Da er jetzt Mühe hatte, die großen Schollen zu zerkleinern, ist er, wie es sich gehört, mit dem Ungetüm von Riesenwalze darübergefahren
(arme Regenwürmer!). Vom Sparen mit Kunstdünger war keine Rede. Drauf, was drauf geht. Wer da kleinlich ist, der hat noch nicht begriffen, dass von nichts nichts kommen kann. Nun zog seine Sämaschine gleichmäßig Reihen in 18 Zentimeter Abstand.
Flott ging auch unsere Arbeit voran. Es war, wie wenn die Pferde merkten, dass es um ihren Hafer ging. Längst war der Nachbar fertig. Nun, er hatte auch nur zwei Pferde zu versorgen. Unser Stück war dreimal so groß. Aber bei Anbruch der Dunkelheit war auch unsere Arbeit getan.
...
Die paar schönen Tage wurden abgelöst durch ekelhafte Kälte und scharfen Nordwind. Peitschender, kalter Regen, vermischt mit Eiskristallen, bestimmte das Wetter.
...

Welch ein Glück, dass der Acker weit vom Hof lag. Nur so ist zu verstehen, dass niemand bemerkte, dass diesmal der Hafer nicht aufging. War es die Rache der Erdgeister, dass sie mir, der sich früher an der Erde versündigte, sie mit toten Salzen und giftigen Chemikalien geschändet hatte, nun zeigen wollte, wer das letzte Wort hat?
So lange wir das Wachstum mit totem Mineraldünger und, um das Saatgut nicht von Bodenschädlingen auffressen zu lassen, mit durch Quecksilber gebeiztem und begiftetem Korn erzwungen hatten, blieb der Erde wohl nichts anderes übrig, als üppige Pflanzen hervorzubringen. Aber jetzt, da wir all dies weggelassen ....
Nach weiteren zwei Tagen bin ich wieder auf dem Acker gewesen. Die Saat keimte nicht! Hätte ich auch nur ein einziges Mal des Nachbarn Acker zum Vergleich genommen, hätte ich mich beruhigen können. Das nasskalte Wetter ließ auch seine Körner nicht keimen.
Dann aber war der Frühling nicht mehr aufzuhalten. Auffallend grün und gleichmäßig ging der Hafer auf. Es entschlüpften die tausend und abertausend Keime der dunklen Erde in schnurgeraden Reihen. Nie zuvor hatte ich das Wachsen mit so freudigem Hoffen, aber auch bangen Sorgen begleitet - und dabei gelernt, dass man auch warten können muss.
...
Das Unkraut war in den Lichtschächten frech geworden. Es kam so üppig, wie es üppiger nicht hätte wachsen können. Da musste etwas geschehen. Und zwar rasch! Das Frühjahr war nass gewesen, und der ständige Regen hatte das Seine dazu beigetragen. Den Unkrautstriegel hier einzusetzen, wäre sinnlos gewesen. Hätten wir ein Rübenhackgerät gehabt, so wäre es einfach gewesen. Aber Rüben und Kartoffeln wurden bei uns von Hand gehackt, mit den Buben. Sechzig schwer erziehbare Buben sind beinahe eine Armee. Da lässt sich schon was machen. Einundzwanzig wurden mir bewilligt.
...
Es kam ein Mai, wie er in alten Bauernregeln gewünscht wird: "Mai kühl und nass, füllt dem Bauern Scheune und Fass." Unter dem schützenden Belag des gehackten Unkrauts entwickelte sich eine krümelige Bodenschicht, die der Wurzelentwicklung des Getreides überaus förderlich war.
Wie der Nachbar mit Stickstoff nachdüngte - beziehungsweise volle Rationen nachdüngen musste, denn aus der rissig gewordenen, verkrusteten Erde wuchs der Hafer nur zaghaft, und einzelne Stellen wurden sogar gelblich -, da meinte unser Verwalter: "Unserem Hafer darf man keinen geben, der steht üppig genug."
Der Juni war zeitweise schön, zeitweise regnerisch. Dann aber setzte Ende Juni, Anfang Juli sengende Hitze ein. Ganz vorschriftsgemäß, wie es im Kalender steht: "Soll die Ernte geraten, muss der Juli braten."
Bis der 12. Juli kam, mit einem Gewitter, das man so rasch nicht vergisst. Es hat Bäume entwurzelt. Die schönen Getreidefelder lagen flach. Es war, wie wenn es nicht Ruhe geben sollte, ehe alles zusammengeschlagen und zerstört dalag. Ich verstehe seither jeden, der die Erde flucht, die Faust gegen den Himmel hebt und den Bauernberuf verlässt. Wer das ganze Jahr hart arbeitet, sorgt und bangt und dann machtlos zusehen muss, wie alles eingeebnet wird, und hat doch Vieh im Stall, das auf Futter angewiesen ist, und hat Menschen mit Brot zu versorgen, und nützt kein Schreien und kein Beten ...
Den Hafer habe ich vorher viele Male besucht. Jetzt ging ich nicht mehr hin. Weil ich nicht wusste, wie ich den Anblick ertragen würde. Um endgültig Verlorenes in Augenschein zu nehmen, dazu hat es keine Eile. Besser ist es, sich vorher mit dem Unabänderlichen innerlich abzufinden. Es war mir auch kein Trost, dass allen anderen die Ernte auch vernichtet am Boden lag.
Über den verwüsteten Äckern schien die Sonne wieder, es blaute der schönste Himmel, wie wenn nichts geschehen wäre. Da bin ich am Sonntagsnachmittag hingewandert - oder besser gesagt, es hat mich hingezogen.
Aus weiter Ferne sah ich des Nachbars Hafer stehen. Und alles andere war zu Boden gewalzt! Jetzt begriff ich nichts mehr und wollte umkehren. Aber da kam von der anderen Seite des Feldweges unser Verwalter daher. Den hatte ich zu spät bemerkt. So konnte ich schlecht verschwinden, Am liebsten hätte ich mich verkrochen. Es ist bitterschwer, etwas Neues durchzusetzen, doch schwerer noch, für Misslungenes geradezustehen.
Der Verwalter strahlte übers ganze Gesicht: "Dein Hafer steht ja einmalig!" Ich fand es weder witzig noch geschmackvoll, dass er seinen Spott mit mir trieb. "Es ist schon toll, was man alles machen kann. Man muss aber wissen wie! Hätte ich nie gedacht", fuhrt er fort und ging etwas aus dem Weg, denn der Moosgrundbauer mit Frau und Kindern kam daher. Er galt als der Tüchtigste in der Gegend und war sich dessen bewusst. Er grüßte, ungewohnt freundlich, was er sonst nicht nötig hatte, und fragte ohne Umschweife, was wir für eine Sorte Hafer angebaut hätten. So wie der stehe keiner im Umkreis von 100 Kilometern.

...
Rödelberger erkennt mit Erleichterung, dass er den stehenden Hafer aus seiner Erwartungshaltung heraus, alles vernichtet zu sehen, irrtümlich für den des Nachbarn gehalten hat.
...
Die zweite Julihälfte war trocken. Am 10. August rückten wir mit drei Pferden und dem Garbenbindemäher aus, um den Hafer zu ernten! In Zehner-Puppen haben wir mit den Buben die Garben in Reih und Glied aufgestellt, schnurgerade. Welch ein Anblick!
Auf dem plattgewalzten Acker nebenan mühte sich der der Nachbar mit der Sense, um zu retten, was noch zu retten war. Viel war es nicht. Und für den Bindmäher war es unmöglich zu mähen. Er hat während der ganzen Zeit nicht aufgeschaut und nicht gegrüßt.
In der Scheune war der Platz knapp geworden. Und so wurde beschlossen, vom Wagen weg in die Tenne zu dreschen. Also wurde die Dreschmaschine hergerichtet und alles zum Dreschen vorbereitet. Acht Tage blieben die Garben noch bei schönstem Wetter draußen. Aber dann sank das Barometer. Alle verfügbaren Hände wurden eingesetzt, damit nicht im aller letzten Moment noch etwas schiefgehe.
Fuhre um Fuhre rollte heim. Da sich der Verwalter und der Melker gegenseitig im Laden der Wagen überboten, entstanden großmächtige Getreidegarben-Fuhren von ungewöhnlicher Breite und Höhe. Unsere frechen Buben, die auf dem Heimweg obendrauf sitzen durften, brachten beim Fahren durchs Dorf die hochhängenden Straßenlampen ins Schaukeln. Es gab Leute, die, wenn sie unseren Fuhren nachschauten, den Mund zuzumachen vergaßen.
Mit der letzten Fuhre kam ich an. In der Tenne lief die Dreschmaschine auf Hochtouren, Garbe um Garbe verschlingend. Der Wand entlang reihten sich Sack an Sack, prall gefüllt.
Hinzutretend wollte ich sehen, wie der Hafer in die Säcke fließt. Da stand auch der Verwalter und ließ - ganz in den Anblick des reichen Segens versunken - das volle Korn durch die Hände rieseln. Dann wendete er sich mir zu: "Ich bin jetzt 14 Jahre hier, und wir haben jedes Jahr Hafer geerntet. Aber so einen Hafer hat es noch nie gegeben!"

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Wir bitten um Beachtung der Mindestliefermenge (€ 20,-) und möchten Sie daran erinnern, dass IMMER ausnahmslos Montag 18:00 Uhr Bestellschluss für die laufende Woche ist. Vielen Dank!
Bestellungen auch an: bestellung@bio-bringts.at oder SMS: 0681 / 10847480 oder Telefonisch: nur Mo und Fr 16 – 18 Uhr, wir rufen aber zurück: 0681 / 10847480.

Das Team von Bio bringt's wünscht Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Michaela Kohlbacher-Schneider für Bio bringt's







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