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Februar 2016
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des Repräsentanten in Deutschland
Von der Claims Conference geförderter Film gewinnt Oscar
 
Der von der Claims Conference im Rahmen ihres Filmförderprogramms ausgezeichnete Film “Son of Saul” hat bei der Verleihung in Los Angeles den Oscar in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ gewonnen. Das Erstlingswerk des ungarisch-jüdischen Regisseurs Laszló Nemes schildert einen kurzen Ausschnitt im Leben von Saul Ausländer, einem Häftling des Sonderkommandos im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Der Film wurde von der Claims Conference als innovativer Beitrag zur Erinnerung an das Menschheitsverbrechen des Holocaust bewertet.
 
Claims Conference lud zur exklusiven Preview ein
Aus Anlass des Internationalen Holocaust Gedenktages hatte die Claims Conference „Son of Saul“ präsentiert. Die exklusive Preview im Delphi Filmpalast richtete sich an geladene Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft. Auch zahlreiche Studierende sowie Schülerinnen und Schüler waren unter den Zuschauern. Insgesamt waren fast 700 Gäste der Einladung gefolgt. Der Gedenktag findet jedes Jahr aus Anlass der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz am 27. Januar statt.
 
Fast 700 Gäste waren der Einladung in den Berliner Delphi-Filmpalast gefolgt.

Überlebende brauchen die Hilfe Deutschlands und der Claims Conference 
Bei seiner Begrüßung führte Ruediger Mahlo, der Repräsentant der Claims Conference, aus, dass nahezu 50 Prozent der Überlebenden heute unterhalb der Armutsgrenze ihres jeweiligen Landes leben. Trotz gemeinsamer finanzieller Hilfen der Bundesregierung und der Claims Conference, kann heute nicht jedem Überlebenden ausreichend geholfen werden. „Nach allem, was die Überlebenden erleben mussten, dürfen wir Sie in ihrer Hilflosigkeit nicht allein lassen, so wie es vor über 70 Jahren geschehen ist“, so Mahlo weiter.
Zeit- und Augenzeuge Marian Turski
In seiner Einführung rehabilitierte Marian Turski, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees und Auschwitz-Überlebender, die Funktionshäftlinge.
Der Vorsitzende des Jüdischen Historischen Instituts in Warschau und Auschwitz-Überlebende Marian Turski erläuterte in seiner Einführung die Rolle der Häftlinge der Sonderkommandos. Von ihren Mithäftlingen wurden sie verachtet. Marian Turski unterstrich, dass sie zu ihrer entmenschlichten Arbeit gezwungen wurden und keine Alternative gehabt hätten. Jedem Häftling von guter körperlicher Konstitution habe eine Rekrutierung zu den Sonderkommandos drohen können. Aus der historischen Distanz sprach er sich für eine Rehabilitierung der Funktionshäftlinge aus. Turski lobte die historische Sorgfalt und den Mut der Filmemacher, sich des Themas anzunehmen.
Prominent besetztes Podium
Im Anschluss an die Vorführung standen die Produzenten Gabor Sipos und Gabor Rajna, sowie der Hauptdarsteller Géza Röhrig und die Schauspieler Urs Rechn und Uwe Lauer für Fragen des Publikums zur Verfügung. Greg Schneider, der Executive Vice President der Claims Conference, moderierte die Fragerunde.
Die Produzenten, der Hauptdarsteller und weitere Schauspieler waren zur Preview nach Berlin gekommen; v.l.n.r.:Uwe Lauer, Urs Rechn, Géza Röhrig, Greg Schneider, Gabor Sipos, Gabor Rajna.
Spät- und Langzeitfolgen der Shoah
Greg Schneider erläuterte eingangs, für die Förderung durch die Claims Conference sei entscheidend gewesen, dass „Son of Saul“ zum universellen Auftrag beitrage, das Gedenken an die Shoah wach zu halten und weiter zu vermitteln. Er erklärte weiter: „Grauen, wie sie die Protagonisten im Film erleben, begleiten die Überlebenden ein Leben lang und holen sie im Alter mit vielfacher Wucht wieder ein. Die erlittenen Traumata haben nachhaltigen Einfluss auf ihre Lebenssituation im Alter und erhöhen den Betreuungs- und Zuwendungsbedarf“. Die Fragen des Publikums galten vor allem der Rezeption des Films in Deutschland und den besonderen Anforderungen an die Schauspieler.
 
„Son of Saul“ wurde im Januar mit dem Golden Globe in der Kategorie „Bester Ausländischer Film“ ausgezeichnet und erhielt 2015 den Grand Prix der Jury in Cannes.
Greg Schneider moderierte die Gesprächsrunde: v.l.n.r. Uwe Lauer, Urs Rechn, Géza Röhrig, Greg Schneider, Gabor Sipos und Gabor Rajna.
Gäste aus Politik und Kultur: Volker Beck MdB, innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Träger des Leo Beck Preises (l.) mit Hauptdarsteller Géza Röhrig (M.) und Greg Schneider.
Premierengast Cemile Giousouf MdB, CDU mit Ruediger Mahlo
Ruediger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland, eröffnete die Veranstaltung. Er unterstrich, dass viele Überlebende der Shoah heute unter schwierigen Bedingungen leben und der Hilfe bedürfen.
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