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Einführung zur Kirchenoper Jesu Hochzeit
Arnold Mettnitzer über Eros und das Paradies


Dem Publikum der Kirchenoper Jesu Hochzeit bietet der Carinthische Sommer unmittelbar vor jeder Aufführung unter dem Titel „Eros und das Paradies“ eine spannende und anregende Einführung in das Thema. Der Theologe und Psychotherapeut Arnold Mettnitzer geht dabei der Mystik in der christlichen Lehre auf den Grund.
 
Dr. Arnold Mettnitzer
Jesu Hochzeit / Arnold Mettnitzer
In Mettnitzers Vortrag geht es nicht nur um die Oper und deren Inhalt, der Theologe geht weit über diesen Rahmen hinaus und behandelt das Thema der „mystischen Hochzeit“ in unterschiedlichen Kontexten. Ausgehend von einem kurzen biblischen Befund über Franz von Assisi und Theresia von Avila skizziert er die unerschrocken „erosfreundliche“, wohltuend lebensbejahende Unbefangenheit mystischer Erfahrungen. „Dass diese Unbekümmertheit den Christen weitgehend verloren gegangen ist, wurde spätestens durch die Reaktion ultrakonservativer Kreise auf die musikalisch-theatralische Jesus-Welle der 1980er bis 1990er Jahre deutlich“, erklärt der Theologe.

War die Reaktion auf Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“ noch als harmlos zu bezeichnen, lösten Gottfried von Einems „Jesu Hochzeit“ (1980), Martin Scorseses Film „Die letzte Versuchung Christi“ (1988) und Peter Turrinis „Tod und Teufel“ (1990) einen unglaublichen Sturm der Entrüstung aus. „Überall blieb dabei die mystische Tiefe und innere Bedeutung, um die es eigentlich ging, völlig unbeachtet“, sagt Mettnitzer und möchte in seinem Vortrag eben diese mystisch relevanten Aspekte beleuchten.

„Nichts passt besser zum Paradies, dem diesjährigen Motto des Carinthischen Sommers, als die für Ossiach geschriebene Kirchenoper ,Jesu Hochzeit’ und der damit verbundene Themenkreis“, erklärt der Theologe. Denn es gehe in der Mystik gerade darum, „den Himmel nicht so weit ,wegzuloben’, dass er für die Erde unerreichbar bleibt und das Menschliche nicht so weit ,wegzuschimpfen’, dass beide nichts mehr miteinander zu tun haben (wollen)“. Das „Paradies“ als die „mystische Vermählung“ von Himmel und Erde ist für Mettnitzer kein „Ort“ im geografischen Sinn, sondern eine im Wesen jedes Menschen angelegte Fähigkeit, den eigenen Horizont zu überschreiten und dabei unverhofft so da zu sein, dass er davon „ganz weg“ ist.

„Wenn in Gottfried von Einems ,Jesu Hochzeit’ der Erlöser die Tödin küsst, kommt darin zum Ausdruck, was aller Mystik eigen ist: Himmel und Erde gehören zusammen“, sagt Mettnitzer und möchte in seinem Vortrag diesen Kuss mystischer Vereinigung anhand von drei Beispielen aus den Werken Peter Turrinis, Christine Lavants und Stefan Andres’ beleuchten.
 
Einführung „Eros und das Paradies“ von Arnold Mettnitzer zur Kirchenoper „Jesu Hochzeit“
Vor jeder Aufführung um 19 Uhr im Rittersaal (!) des Stifts Ossiach. Dauer ca. 30 Minuten
Eintritt frei!


 
Termine Jesu Hochzeit
Jesu Hochzeit
Die Produktion wird durch die großzügige Unterstützung der Internationalen Gottfried von Einem Gesellschaft, Wien, ermöglicht und ist eine Koproduktion des Carinthischen Sommers mit dem Stadttheater Klagenfurt.

Sa 6.8. (Premiere) / Di 9.8. / Mi 10.8. / Fr 12.8. / Sa 13.8. / Beginn: jeweils 20 Uhr
Stiftshof Ossiach (bei Schlechtwetter im Alban Berg Konzertsaal)
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