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Presseaussendung zur Online-Podiumsdiskussion

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Wie inklusiv sind Österreichs Kindergärten?

(Wien, 03.03.2022) Vor 30 Jahren wurden die Kinderrechte im österreichischen Nationalrat ratifiziert.

Das nahm EduCare zum Anlass und fragte in einer Online Podiumsdiskussion: Was bedeutet Inklusion im Kontext elementarpädagogischer Bildungseinrichtungen? Wo stehen wir derzeit in Österreich? Gibt es ausreichend Kindergartenplätze?

Diese und weitere spannenden Fragen diskutierten Vertreterinnen von EduCare gemeinsam mit Expertinnen aus den Bereichen Inklusion, Kinderrechte, Pädagogik und Wissenschaft.

Petra Pinetz, Leiterin der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration des Vereins Integration Wien, gab Einblick in die Herausforderungen ihrer Arbeit: „Durch den fehlenden Rechtsanspruch, durch ein mangelndes Platzangebot, durch unzureichende strukturelle Rahmenbedingungen erfahren Kinder mit Behinderung und Beeinträchtigung eine massive Ungleichbehandlung gegenüber Kindern ohne Behinderung. Ihnen wird nicht nur Teilhabe an Bildungsangeboten verwehrt, sondern ebenso auch die soziale Interaktion mit gleichaltrigen Kindern verunmöglicht.“

Michelle Proyer, Bildungswissenschaftlerin an der Universität Wien, macht auf die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Betrachtung aufmerksam, denn: „Inklusion ist im Bildungsbereich meist noch immer abhängig vom Engagement einzelner Personen. Der Blick auf Bildungswege von Kindern mit Beeinträchtigungen bleibt fragmentiert und vor allem auch im elementarpädagogischen Feld gibt es noch viel zu tun. Inklusion darf kein Zufall oder Glück sein, sondern bedarf gesamtgesellschaftlichen Engagements und bildungspolitischer Bemühungen.“

Auch Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez, Koordinatorin des Netzwerk Kinderrechte Österreich, sieht Verantwortungsübernahme mehrerer politischer Ressorts gefragt: „Was braucht ein 5-jähriges Kind mit Behinderung, damit es ihm im Kindergarten gut geht? Damit es wirklich gerne jeden Tag hingeht? Die Antworten darauf sind nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen längst da und es gibt sie, die positiven Beispiele. Da geht dann Paul in Tirol oder Selma in Wien gemeinsam mit einer überschaubaren Gruppe von nichtbehinderten Kindern, ganz in der Nähe von ihrem Zuhause in einen barrierefreien Kindergarten, wo Pädagogen und Pädagoginnen arbeiten, die bestausgebildet, bestbezahlt und höchstmotiviert sind und das natürlich mit gleichen Rahmenbedingungen in allen Bundesländern. Zukunftsmusik?  Ja, aber machbar, wenn die politisch Verantwortlichen in den Ressorts Familie, Bildung, Soziales, Gesundheit, Justiz sich zuständig erklären und nicht wie bisher Kinder mit Behinderung vergessen würden.“

Theresa Hauck, Teil des mobilen Teams der St. Nikolausstiftung und Vortragende an der KPH Wien/Krems, betont: „Für eine inklusive Elementarpädagogik benötigen wir nicht nur Fachkräfte, die individuelle Ressourcen, Entwicklungsverläufe und Bedürfnisse wahrnehmen und nachvollziehen können, sondern wir müssen einen Rahmen schaffen, der es den Fachkräften auch ermöglicht, adäquat und feinfühlig darauf zu reagieren.“

Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, fordert: „Nur mit deutlich verbesserten Rahmenbedingungen können Inklusion und Chancengerechtigkeit Wirklichkeit werden. Dass es bei weitem nicht genügend Plätze für Kinder mit Behinderungen gibt, ist beschämend. Alle Kinder müssen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Und die Politik muss dafür die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellen.“

„Weiter Weg“

Zusammengefasst wird demnach deutlich, dass der Weg zum inklusiven Kindergarten noch ein weiter ist und die Politik Verantwortung übernehmen muss. Mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hat sich Österreich dazu verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem, beginnend in der elementaren Bildung, umzusetzen. Es braucht Daten und wissenschaftliche Fakten, um die Herausforderungen rund um Inklusion transparent zu machen und eine Grundlage für politische Entscheidungen zu liefern.

Über EduCare

EduCare ist ein überparteilicher österreichweiter Verein, der sich aus einem Netzwerk von Vertreter*innen elementarer Bildung zusammensetzt. Die Begegnung von Praxis und Wissenschaft ist Grundlage für den umfassenden Gedankenaustausch und hat zum Ziel, dass jedes Kind, das in Österreich eine elementare Bildungseinrichtung besucht, in dieser bestmögliche Anregung und Begleitung seiner Entwicklungs- und Bildungsprozesse erfährt.

Rückfragen & Kontakt:

Viktoria Miffek, MSc
Geschäftsführung
www.edu-care.at
office@plattform-educare.org
0660/4148905

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