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BISS-aktuell
01 | 2019
Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Interessierte,
 
In diesem Rundbrief informieren wir über
  • die Teilnahme von BISS am Deutschen Pflegetag 2019,
  • die Veröffentlichung des BISS-Index „gute Pflege“
  • das Positionspapier „Für ein soziales Europa der Vielfalt, Solidarität und Selbstbestimmung“
  • die Richtlinie zur Erweiterung der Entschädigungsberechtigten
  • den Praxisleitfaden und die Webseite „CSD ist für Alte da!“
  • und geben einen Ausblick auf Termine.
 
Viel Vergnügen beim Lesen und frohe Ostern!

Viele Grüße aus der Geschäftsstelle in Köln
Der Vorstand

 
BISS auf dem Deutschen Pflegetag
Das Netzwerk queer*pflegen stellte vom 14.-16. März aktuelle Konzepte für eine vielfältige Versorgung pflegebedürftiger Menschen vor und lud zum Austausch mit Interessierten ein.

Derzeit ist die Pflege weitestgehend nicht auf die Versorgung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten vorbereitet. Erst seit wenigen Jahren widmen sich einige Forschungs- und Pflegeprojekte diesen Themen. Ziel ist eine konzeptionell etablierte subjektorientierte Pflege, die individuellen Bedürfnissen gerecht wird und vor Diskriminierungen schützt. queer*pflegen ist ein Netzwerk von Personen und Institutionen, die Mitarbeiter*innen von Pflegediensten und stationären Einrichtungen sensibilisieren möchte, unter ihnen BISS-Vorstand Dr. Markus Schupp und BISS-Mitglied Professor Klaus Müller,Informiert wurde an einem Stand durch Gespräche oder anhand vielfältiger Broschüren,  bspw. zur Versorgung von Trans*-Personen oder mittels der aktuellen Broschüre der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e.V. zur Versorgung von Lesben, Schwulen und Menschen mit HIV im Alter.
Veröffentlichung des BISS-Index "gute Pflege"
BISS veröffentlicht BISS-Index „gute Pflege“ für lesbische Frauen, schwule Männer und Menschen mit HIV.

Ein BISS-Facharbeitskreis hat sich zwei Jahre lang mit Aspekten  einer Diversitity-orientierten Pflege befasst. Ergebnis ist eine Broschüre zum pflegerischen Handeln in der Langzeitpflege von homosexuellen und HIV-positiven Menschen. Die Broschüre ist in gedruckter Form bei BISS erhältlich, digital ist sie auf derWebseite von BISS abrufbar. Die Publikation  wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Der BISS-Index „gute Pflege“  rückt den besonderen Pflegebedarf homosexueller Menschen und HIV-positiver Menschen in den Fokus und identifiziert mehrere Diversity-Merkmale einer subjektorientierten Pflege. Zu den Diversity-Merkmalen zählen unter anderem die Schulung von Mitarbeitenden in der Pflege, die Sichtbarkeit und Willkommenskultur in Pflegeeinrichtungen und die Berücksichtigung genderspezifischer Bedürfnisse.

Autor ist BISS-Vorstand und  Sozialwissenschaftler Dr. Markus Schupp, Köln, der gemeinsam mit dem Pflegewissenschaftler Dr. Heiko Gerlach im Jahr 2017 als Dissertation eine Theorie der Anerkennung von Homosexualitäten in der Altenpflege vorgelegt hat. Dr. Silke Eggers, Deutsche Aidshilfe, brachte die Expertise zu den besonderen Anforderungen ein, die Menschen mit HIV an eine Diversity orientierte Pflege stellen. Nach einer ersten Verteilung der Broschüre auf dem Deutschen. Pflegetag in Berlin im März 2019 wurde der BISS-Index am 15. April erstmals in einem Fachhearing Expert*innen vorgestellt. Mit Experten (Expert*innen) aus Theorie und Praxis, darunter auch  Vertreter*innen der BISS-Mitgliedsorganisationen Frankfurter Verband und Schwulenberatung Berlin, weiterhin des AWO-Bundesverbands und des Münchenstifts,  wurde diskutiert, wie die benannten Diversity-Merkmale einer „guten“ Pflege für Homosexuelle und Menschen mit HIV umgesetzt werden können.

Die Teilnehmenden gründeten  eine Arbeitsgruppe „Pflege unterm Regenbogen“, die von BISS koordiniert wird und unter anderem Einfluss auf die Erstellung von Rahmencurricula in der Ausbildung von Pflegefachkräften nehmen will.

Gedruckte Exemplare können bei der Geschäftsstelle per Email bestellt werden: biss@schwuleundalter.de
 
Link zur Broschüre
Positionspapier "Für ein soziales Europa der Vielfalt, Solidarität und Selbstbestimmung"
Ältere Lesben und Schwule fordern ein soziales Europa der Vielfalt, Solidarität und Selbstbestimmung. Gemeinsam Europa vor Rechtspopulisten schützen.

Am 26.05.2019 wählt Europa ein neues Parlament. BISS-Vorstand Dr. Markus Schupp gab den Anstoß für ein gemeinsames Positionspapier des Dachverbands Lesben und Alter e. V. und der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) e. V.. Carolina Brauckmann (DVLuA) und die BISS-Vorstande Sigmar Fischer und Percy Rooks bildeten mit Dr. Markus Schupp das Redaktionsteam.treten Beide Verbände treten ein für ein Europa, das die errungenen Liberalisierungen gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten bewahrt und sich dafür stark macht, bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen abzubauen.
 
Der Ausgang der Europawahl 2019 entscheidet, in welchem Europa wir zukünftig leben werden. Beide Verbände fordern die Wähler*innen auf: „Treten Sie mit ihrer Stimme für ein Europa ein, das seine Kraft aus der Vielfalt und Freizügigkeit seiner Gesellschaften und deren Mitglieder schöpft.“  
Das Positionspapier wird unterstützt durch die Homosexuelle Selbsthilfe e.V.
 
Link zum Positionspapier
Richtlinie zur Erweiterung der Entschädigungsberechtigten
Bonn. Menschen, die in Deutschland wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen strafrechtlich verfolgt wurden, können beim Bundesamt für Justiz (BfJ) ab sofort mehr Entschädigungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen als bisher. Dies regelt eine neue Richtlinie des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), die am 13. März 2019 in Kraft getreten ist.

Demnach genügt jetzt beispielsweise schon ein Ermittlungsverfahren oder dass Untersuchungshaft oder eine andere vorläufige freiheitsentziehende Maßnahme erlitten wurde, damit das BfJ eine Entschädigungsleistung bewilligen kann. Das war vorher nicht möglich. Nach dem Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen (StrRehaHomG) mussten bislang eine rechtskräftige Verurteilung und gegebenenfalls eine erlittene Freiheitsentziehung aufgrund §§ 175, 175a StGB oder § 151 StGB-DDR nachgewiesen werden. Somit konnten Personen, deren Verfahren mit Freispruch endete oder durch Einstellung beendet wurde, nicht entschädigt werden. Diese Gerechtigkeitslücke hat BISS advokatorisch für die Betroffenen in die politische Diskussion gebracht und einem Arbeitskreis aus Parlamentarier*innen und weiteren Expert*innen Vorschläge für eine „Härtefallregelung“  unterbreitet.
Justizministerin Dr. Katarina Barley ermöglicht  mit ihrer Richtlinie Entschädigungsleistungen jetzt auch ohne Strafurteil.

Die neue Richtlinie berücksichtigt, dass nicht erst eine Verurteilung, sondern bereits die Strafverfolgung wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen aus heutiger Sicht als unvereinbar mit dem freiheitlichen Menschenbild des Grundgesetzes zu bewerten ist. Insbesondere die Untersuchungshaft griff massiv in die Grundrechte und das Leben der Betroffenen ein. Daher können Personen, die in Untersuchungshaft waren, nun eine Entschädigung in Höhe von 1.500 Euro je angefangenes Jahr erlittener Freiheitsentziehung erhalten. Davon unabhängig gibt es 500 Euro Entschädigung für jedes gegen eine Person eingeleitete Ermittlungsverfahren.
 

Die BISS-Hotline (0800-175-2017) informiert und berät Betroffene übere ihre Entschädigungsmöglichkeiten.

Link zur Pressemitteilung des Bundesamts für Justiz
Praxis-Leitfaden "CSD ist für Alte da!"
Vormerken! Anlässlich von 50 Jahren Stonewall Riots und CSD-Bewegung veröffentlicht BISS gemeinsam mit dem Dachverband Lesben und Alter am 17. Mai 2019 einen Praxisleitfaden für einen altersgerechten Christopher-Street-Day und andere Demonstrationen, Paraden, Straßenfeste und Veranstaltungen in der Community.

Der Praxisleitfaden ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Dachverbands Lesben und Alter und der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren; Carolina Brauckmann und Georg Roth sind für die Redaktion verantwortlich.  Die Initiative  wird unterstützt durch das rubicon in Köln, die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung sowie den Dachverband CSD Deutschland. Zusammen bilden wir die Initiative „CSD ist für Alte da“ und stellen mit dem Praxisleitfaden effektive, altersgerechte Maßnahmen vor, die einige CSD-Veranstalter bereits umsetzen. Wir wollen, dass Aktivist*innen sich von den CSD-Veranstaltern die Verpflichtungserklärung einholen, dass sie altersgerechte Maßnahmen beibehalten bzw. weiter ausbauen.

Im nächsten Rundbrief informieren wir über den Stand des Projekts. Interessierte finden ab dem 17.05.2019 alle Informationen auf der vom Bundesseniorenministerium geförderten Webseite www.csd-ist-fuer-alte-da.de
Termine
17.-19.06.2019

23.-24.09.2019
24.09.2019

12.10.2019
18.-20.11.2019

29.-30.11.2019
Treffen „Wir haben noch viel Saft!“ im Waldschlösschen

4. BISS-Jahrestagung in Berlin
BISS-Mitgliederversammlung in Berlin

Fachtag „HIV und Alter“ der Deutschen AIDS-Hilfe in Berlin
Seminar "Gesundes Altern schwuler Männer“ im Waldschlösschen

Vernetzungstreffen mit dem Dachverband Lesben und Alter in Berlin
Impressum:
Redaktion/ Gestaltung: Christian Naumann
Vorsitzender: Georg Roth
Vorstand: Sigmar Fischer, Georg Härpfer, Reinhard Klenke, Percy Rooks, Dr. Markus Schupp, Wolfgang Vorhagen
Steuernummer: 214/5851/0863 | VR Köln 18738
www.schwuleundalter.de | www.facebook.de/schwuleundalter
 
Bildnachweise:
istockphotos.com / william87
rawpixel / AndrewLozovyi

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