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3.Newsletter (Oktober 2016) - Soziologische Praxis
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3. Newsletter (Oktober 2016)

Easy-Life 
ein Burnoutpräventionsmodell
 von Mag. Franziska Kanatschnig


Burnout ist in unserer Arbeitswelt ein weitverbreitetes Phänomen und es gibt zahlreiche Erklärungs- und Behandlungsmodelle, um diese Erkrankung zu verstehen und in den Griff zu bekommen.
Mein Präventionsansatz bezieht sowohl die körperlichen Erscheinungen als auch die ursächlichen Problematiken mit ein und baut auf drei wesentlichen Säulen auf:
  1. Bewegung, um dem Hormonhaushalt in Balance zu bringen,
  2. Achtsamkeit, um bewusstes Wahrnehmen von Bedürfnissen zu erkennen
  3. Reflexion der Familiengeschichte, um Verhaltensveränderung zu bewirken.
 

1. Bewegung: Abbau von Cortisol


Cortisol oder Hydrocortison ist ein Stresshormon, das abbauende Stoffwechselvorgänge aktiviert und so energiereiche Verbindungen dem Körper zur Verfügung stellt. Es ist das wichtigste Stresshormon, das bei psychischem oder physischem Stress ausgeschüttet wird. Seine Hauptwirkungen betreffen Stoffwechsel, Immunfunktion, die psychische Befindlichkeit und die Regulation des Wachstums.

Ein hoher Stresshormonpegel behindert die Bildung der wichtigen Stimmungshormone Serotonin (für gute Laune) und Noradrenalin (für den inneren Antrieb). Stresshormone und Stimmungshormone sind Gegenspieler. Wird die körpereigene Bildung dieser positiv wirkenden Hormone unterdrückt, sinkt die Belastbarkeit. 

  • Um den hohen Stresshormonpegel abzubauen und den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, brauchen wir Bewegung. 
  • Hier gilt: Bewegung in Maßen und nicht Leistungsport (dieser würde die Ausschüttung von Cortisol wieder anregen)!
  • Spazieren gehen nach einem stressigen Arbeitstag, Radfahren, Schwimmen oder Nordic walken sind ideale Bewegungsformen, um uns wieder ins Gleichgewicht zu bringen.  


2. Achtsamkeit : Bewusstes Wahrnehmen

 

Wir leben sehr häufig im Autopilotenmodus, das heißt, wir nehmen unsere Umgebung wenig bewußt war. Dies gilt auch für die eigenen Befindlichkeit und Bedürfnisse.

Es ist ein Zustand, in dem wir auf äußere und innere Reize automatisch reagieren, eingeschliffenen Verhaltens- und Denkmustern folgen, ohne uns dessen bewusst zu sein. 

Dieser Automatismus erleichtert einerseits unser Handeln, da wir nicht ununterbrochen Situationen neu bewerten und überdenken müssen, doch andererseits wird vieles nicht wahr genommen oder falsch bewertet. 

Achtsamkeit heißt, die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt zu richten und Gedanken, Gefühle und Sinnesempfindungen bewusst wahr zu nehmen. In einer nicht wertenden Haltung werden Gedanken und Gefühle als das betrachtet, was sie sind, nämlich vorübergehende innere Ereignisse, und nicht die absolute Wahrheit. 

Methoden um achtsamer zu werden:

  • Meditation: einerseits als Entspannung, andererseits als innere Wahrnehmung 
  • Achtsamkeitsübungen: bewußt den Atem wahrnehmen oder das momentane Tun. 
  • Yoga und Qi-Gong sind formelle Achtsamkeitsübungen
  • Was-Fertigkeiten: bewusst wahrnehmen was in mir und um mich geschieht ohne zu bewerten
  • Wie-Fertigkeiten: Konzentriert auf das momentane Tun, innerlich kommentieren ohne zu interpretieren.

Durch diese Übungen gelingt es uns, mehr und mehr eigene Grenzen selbstfürsorglich zu erkennen und bewusste Entscheidungen für zur Verfügung stehende Lösungsmöglichkeiten zu finden.  


3. Reflexion der Familiengeschichte: Veränderung von Verhaltensmustern

 

Besonders pflichtbewusste, hingebungsvolle Personen, die zu viel, zu lang und zu intensiv arbeiten sind Burnout gefährdet. Diese Menschen zeigen in der Regel ein hohes eigenes und erwartetes Verpflichtungsgefühl und ein ausgeprägtes Aufopferungsbedürfnis.

Wenn jemand ein solches Verhaltensmuster zeigt, ist dies zumeist wesentlich verursacht durch die familiäre Prägung und die kindlichen Erfahrungen. Elterliche Verhaltensmuster üben einen maßgeblichen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen aus. 

Besonders Erstgeborene sind vielmals leistungsorientierter und stellen an sich höhere Ansprüche und erhalten oftmals unbewusste Bevorzugungen gegenüber jüngeren Geschwistern, dies fördert wiederum den Leistungsansporn ("es ist nie genug!"). 

Leistungsstreben und die fehlende Anerkennung gelten als Hauptverursacher für die Entstehung eines Burnouts.

  • Um burnouterzeugende Verhaltensmuster zu verändern ist es notwendig, mit professioneller Hilfe seine Familiengeschichte zu reflektieren. 
  • Im Beratungs- oder Therapiegespräch werden Bewusstwerdungsprozesse in Gang gesetzt und mit verschiedenen Methoden neue Verhaltensstrategien initiert. 
Im Easy-Life-Coaching wird gemeinsam eine speziell auf die/den Klientin/Klienten abgestimmte Vorgehensweise erarbeitet, um eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen und somit ein Ausbrennen zu vermeiden. 
Easy-Life-Coaching: Vereinbaren Sie einen Termin
Mehr Informationen unter www.soziologische-praxis.at

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Wahrnehmung
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