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Liebe Leserinnen und Leser,

am Dienstag wurden die diesjährigen Preisträger für den Physik-Nobelpreis bekannt gegeben. Nachdem im vergangenen Jahr die Entdeckung von Gravitationswellen gewürdigt worden war, hatten wohl nur wenige erwartet, dass in diesem Jahr wieder ein astronomisches Thema im Mittelpunkt stehen würde – obwohl manche immer wieder darauf hinweisen, dass die Entdeckung von extrasolaren Planeten durchaus eine nobelpreiswürdige Leistung ist.
 
Nun ist es also die Laserphysik geworden, die durch den diesjährigen Nobelpreis ein wenig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Nicht zu Unrecht: Laser spielen in unserem Alltag inzwischen eine wichtige Rolle und auch die Entdeckung von Gravitationswellen wäre ohne ausgefeilte Lasertechnologie nicht möglich gewesen. Der diesjährige Nobelpreis für Physik ist aber aus einem weiteren Grund bemerkenswert: Einer der Preisträger ist nämlich eine Preisträgerin – die kanadische Laserphysikerin Donna Strickland. Die Auszeichnung geht damit erst zum dritten Mal überhaupt an eine Wissenschaftlerin: 206 der 209 bislang verliehenen Physik-Nobelpreise haben Männer erhalten – ein Ungleichgewicht, das in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurde.
 
Dass die Stellung von Frauen in der Naturwissenschaft noch immer verbesserungswürdig ist, hat auch ein Bericht im britischen Guardian am Mittwoch schön illustriert: Danach hatte ein User der Wikipedia im März versucht, einen Eintrag für Donna Strickland anzulegen, was aber von einem Moderator mit dem Hinweis auf ihre mangelnde Relevanz abgelehnt wurde. Da kann man Strickland nur zustimmen, wenn Sie sagt: »Wir müssen Frauen in der Physik feiern, denn es gibt uns.«
Doch nun erst einmal zurück zur Astronomie und viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Interstellarer Besucher bleibt heimatlos

Vor einem Jahr sorgte der erste Himmelskörper für großes Aufsehen, der aus dem interstellaren Raum ins innere Planetensystem eingedrungen war, um die Sonne herum schoss und längst wieder aus dem Weg aus dem Sonnensystem hinaus ist. Wo mag dieser ʻOumuamua hergekommen sein? Sicherlich entstand der rund 100 Meter große Asteroid oder Kometenkern in einem fremden Planetensystem, aus dem er durch eine enge Begegnung mit einem anderen Bewohner heraus geschleudert wurde (wobei die meisten Details weiter unklar sind), und eine Heimatwelt in gewisser Sonnennähe liegt nahe. Nun hat der zweite »Data Release« des Gaia-Satelliten für gut sieben Millionen nahe Sterne die Raumkoordinaten und den Bewegungsvektor geliefert, ihr Ort zu jeder Zeit kann also angegeben werden. Und die Bahn ʻOumuamuas wurde noch bis Anfang 2018 verfolgt, wobei starke »Raketenkräfte« auf das Objekt entdeckt wurden, deren Natur zwar überhaupt nicht verstanden ist, die man aber mathematisch halbwegs modellieren kann.
Beides zusammen hat nun Astronomen motiviert, ein weiteres Mal nach »plausiblen Heimatwelten« ʻOumuamuas zu suchen, und zahlreiche Schlagzeilen erweckten letztens den Eindruck, es gäbe tatsächlich eine heiße Kandidatenliste. In der Tat hebt die aufwändige Arbeit ein paar Gaia-Sterne hervor, an denen ʻOumuamua entweder relativ nahe vorbeikam und/oder die das Objekt mit vergleichsweise geringer Geschwindigkeit verlassen haben könnte. Doch konkrete Kandidaten sind sie gerade nicht, das macht schon das Abstract klar: Die sieben Millionen Sterne mit Gaia-bekannten Orten und Raumgeschwindigkeiten sind nur ein kleiner Bruchteil aller Sterne, an denen ʻOumuamuas Bahn vorbei geführt haben dürfte. Pro Jahrmillion kommt ʻOumuamua nämlich an etwa 20 Sterne bis auf ein Parsec (3,3 Lichtjahre) heran: »Es ist a priori unwahrscheinlich, dass die aktuelle Suche ʻOumuamuas Heimatsystem finden würde«, schließen die Autoren. Und beenden ihre Arbeit mit dem klaren Satz: »Die Suche nach ʻOumuamuas Heimat geht weiter« – wie auch das Warten auf den 3. Data Release von Gaia, der 2021 erwartet wird und die 3D-Bewegungen von immerhin 10-mal mehr Sternen enthalten soll.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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