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Liebe Leserinnen und Leser,

was unterscheidet eigentlich professionelle Astronomen von den Amateuren? Manche dürften vermutlich antworten, dass es den Berufsastronomen vor allem um wissenschaftliche Erkenntnisse geht, den Amateuren aber um das »Abenteuer« Astronomie, um spannende Beobachtungsnächte, an die man sich noch nach vielen Jahren erinnert und um eindrucksvolle Bilder – erstellt mit viel Engagement, entweder mit Kamera und Software oder ganz klassisch mit Papier und Bleistift.

Abenteuer AstronomieBeide Gruppen eint das Interesse am nächtlichen Himmel und manchmal sind die Grenzen zwischen Profis und Amateuren gar nicht so genau zu ziehen: Einige Amateure machen nämlich Beobachtungen und liefern Daten, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben, die ohne sie gar nicht möglich gewesen wären. In der neuen Ausgabe von »Abenteuer Astronomie« haben wir bemerkenswerte Beispiele dafür zusammengestellt – von der Entdeckung einer neuen Art Himmelsleuchten, bis zum Aufspüren von extrasolaren Kometen und einer Galaxie.

Das neue Heft erscheint heute in der App, wird in diesen Tagen den Abonnenten per Post zugestellt und ist dann ab dem kommenden Freitag auch im Handel erhältlich. Abonnenten erhalten das Heft übrigens nicht nur früher und verpassen keine Ausgabe, sondern sparen auch noch etwas im Vergleich zum Einzelverkauf – wenn das kein Argument für ein Abonnement ist.

Wie leite ich nun gekonnt zu Daniel Fischer über, der sich diesmal mit – ja, wirklich – Heidelbeeren beschäftigt?
Ganz einfach: Viel Spaß beim Lesen des Newsletters und seiner Kolumne. Sie werden ihn haben, versprochen!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Was wenn ... die Erde aus Heidelbeeren bestünde?

Man wird ja noch mal fragen dürfen – zum Beispiel: »Was würde passieren, wenn die Erde auf einen Schlag durch das gleiche Volumen dicht gepackter, aber nicht komprimierter Heidelbeeren ersetzt würde?» Nachdem diese naheliegende Fragestellung auf einem Physikerforum gelöscht wurde, bevor sie eine Antwort fand, hat sich nun ein Planetenforscher der Universität Oxford der Sache angenommen: Man kann nämlich durchaus etwas über das Wesen von exotischen Exoplaneten lernen, wenn man die Physik einfach mal durchrechnet. Zerquetschte Heidelbeeren haben etwa die Dichte von Wasser, aber sie sollten ja als Ausgangsbedingung locker beieinander liegen, d.h. mit einiger Luft dazwischen: Der Beerenplanet hätte bei gleichem Volumen nur 1/5 der Masse der Erde. Und los geht’s: Die Beeren an der Oberfläche bleiben Einzelstücke, weiter innen sorgt der Druck aber dafür, dass sie zerplatzen – und zwar schon in elf Metern Tiefe. Die Beerenerde schrumpft dabei auf 89% ihres Durchmessers, während gleichzeitig eine Unmenge Luft herausgetrieben wird und eine ausgedehnte Atmosphäre bildet. Denn die Schwerkraft an der Oberfläche des süßen Planeten beträgt nur 16% der irdischen, etwa so wie auf dem Mond.

Die resultierende Atmosphäre hat die 200-fache Masse und sechsfache Höhe der Erdatmosphäre – und schießt mit enormer Kraft in Form von Geysiren aus der Beerenmasse, die einzelne Beeren sogar in einen Orbit schießen könnten. Und vor allem: Beim Schrumpfen des Planeten wird enorme Gravitationsenergie freigesetzt, die ihn dramatisch aufheizt: Er wird zu kochender Marmelade! Ein extremer Treibhauseffekt wie auf der Venus trägt zusätzlich dazu bei. Andererseits reicht der Druck in der Tiefe aus, um trotz der hohen Temperatur einen festen Kern zu bilden, mit immerhin 57% des Planetenradius‘ und 1/5 seiner Masse. Noch manch anderer Effekt würde im Rahmen der Heidelbeerisierung der Erde eintreten, von beschleunigter Rotation und Abplattung wegen der Schrumpfung über den Verlust des Magnetfelds bis zur Flucht des Mondes, den sie nicht mehr halten könnte. Der Endzustand würde an komplett von Ozeanen bedeckte Exoplaneten erinnern, allerdings mit viel geringerer Masse als die bisher beobachteten Kandidaten für solche Welten. Die spezielle Chemie von Heidelbeeren könnte allerdings noch ganz andere Nebenwirkungen haben: Ein gewaltiger Oxidationsprozess mag einsetzen – und die ganze Planetenpampe in Alkohol verwandeln...
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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