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Liebe Leserinnen und Leser,

der August ist der Monat in diesem Jahr, in dem der Mond gleich zweimal im Mittelpunkt des astronomischen Interesses steht: Am Montag dieser Woche konnte man in Mitteleuropa eine partielle Mondfinsternis beobachten, wenn auch nur in der letzten Phase. Trotzdem gelangen einigen MoFi-Fans interessante Aufnahmen dieses Himmelsereignisses. Am übernächsten Montag spielt der Mond noch einmal eine Hauptrolle: Während der »Great American Eclipse« schiebt sich der Erdtrabant vor die Sonnenscheibe. Von Mitteleuropa wird man davon kaum etwas mitbekommen, es sei denn, man verfolgt das Ereignis im Internet – Tipps dazu finden Sie rechtzeitig vorher auf unserer Website und auch bei uns auf Facebook.

Sollten Sie selbst in die USA fliegen und Ihnen einige gute Aufnahmen der SoFi gelingen, freuen wir uns, wenn Sie uns diese schnellstmöglich zusenden, idealerweise mit einer kleinen Beschreibung Ihrer Erlebnisse vor Ort. Wer ganz schnell ist, dessen Bild erscheint mit etwas Glück noch im nächsten Heft von Abenteuer Astronomie. Und auch unsere Astrofoto-Community freut sich über aktuelle SoFi-Bilder!
 
Allen SoFi-Touristen wünsche ich eine gute Reise, einen möglichst wolkenfreien Himmel am 21. August und kommen Sie gut zurück!
Zunächst jedoch erst einmal viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Russischer Zweit-Mond am Himmel... kommt nicht

Man könnte es eines der sinnlosesten und potenziell schädlichsten Projekte in der 60-jährigen Geschichte der Raumfahrt nennen – und es ist gescheitert, was zumindest unter Astronomen gehörige Schadenfreude ausgelöst hat. Die Rede ist vom russischen – privat geplanten und per Crowdfunding finanzierten – Kleinsatelliten Majak, der am 14. Juli als einer von 73 mit einer Sojus-Rakete gestartet worden war und auch seinen Zielorbit gut erreicht hatte. Dort sollte er dann ein hochreflektierendes Segel aufspannen: Deklariert wurde das als Demonstration eines sogenannten Dragsails, das den Luftwiderstand auch in der äußeren Erdatmosphäre so stark erhöht, dass es zum baldigen Absturz kommt. Eine derzeit von zahlreichen Minisatelliten erprobte Technik zur Selbst-Entsorgung von künftigem Weltraummüll: Auch ein deutsches Studentenprojekt will das versuchen, hat aber seit dem Start Kommunikationsprobleme.

Was aber Aufsehen wie Entsetzen auslöste, war die Ankündigung, Majak werde zeitweise fast so hell wie der Vollmond über den Himmel ziehen, von einem neuen Stern der –10. Größenklasse war die Rede! Daran konnte man immer schon zweifeln: Selbst mit »optimaler« Stellung zu Sonne und Beobachter wäre das pyramidenförmige Segel nur als Lichtpunkt erschienen – der allerdings für kurze Zeit durchaus heller als die hellsten Planeten strahlen könnte. Die Iridium-Satelliten machen dies mit ihren großen flachen Antennen und den davon verursachten »Iridium«-Flares schließlich seit Jahren vor, und frühere Mini-Satelliten mit ausgespannten Drag-Segeln haben es am Himmel durchaus auffällig blitzen lassen (der Autor hat dies selbst beim NanoSail-D und dem ersten LightSail beobachtet). Das räumlich eng begrenzte Spiegelbild der Sonne saust mit dem Satelliten um den Planeten, den einen trifft’s, die meisten nicht – aber es könnte. Und was, wenn ein empfindlicher Teleskopdetektor oder ein Amateur-Auge hinter dem Okular eines dicken Dobsons just von einem Majak-Blitz getroffen worden wäre? Fragen über Fragen.

Die jedoch ohne Antwort bleiben werden: Wie das Projekt am 7. August eingestanden hat, wurde die Pyramide offensichtlich nicht entfaltet, und man sei daher »nicht in der Lage gewesen, den hellsten Stern am Himmel leuchten« zu lassen. Und der Nachrichtenagentur TASS erzählte der Initiator, es werde auch keinen zweiten Versuch geben. Die hier in Englisch zusammengefasste Saga ist mithin zu einem Ende gekommen, aber die grundsätzliche Frage bleibt: Wem gehört eigentlich der Nachthimmel, und wer darf sich dort austoben? Auch ein 2016 angekündigtes japanisches Projekt für künstliche Sternschnuppen auf Bestellung, Sky Canvas, hatte erhebliches Stirnrunzeln ausgelöst. Noch erfreuen sich (die meisten) Amateurastronomen an originellen Raumfahrt-Unternehmen, denen man direkt zugucken kann, seien es Rendezvous-Manöver zwischen Raumschiffen, künstliche (kurzlebige!) Leuchtwolken oder feurige Wiedereintritte. Aber irgendwann ist mal genug...
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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