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Liebe Leserinnen und Leser

 

zu den wirklich für jedermann beobachtbaren astronomischen Ereignissen gehören Mondfinsternisse. Gut sichtbare totale Finsternisse des Erdtrabanten, wie zuletzt im September 2015, sind aus dem deutschen Sprachraum in den kommenden Jahren nicht zu sehen. Warum also nicht einmal eine Halbschattenfinsternis beobachten – etwa in der kommenden Nacht? Näheres dazu in diesem Newsletter und natürlich auch in unserem Himmels-Almanach 2017, der noch im Handel und online verfügbar ist. Er liefert auch vielfältige weitere Beobachtungstipps für das gesamte Jahr.

Unser aktuelles Heft von Abenteuer Astronomie ist jetzt seit zwei Wochen im Handel. Im Rahmen unserer Reihe »Space Checker« berichten dort vier Schüler aus Salzburg über ihre Recherche zum Thema Apollo-Mondlandungen. Im Internet fanden sie nicht nur jede Menge Verschwörungstheorien rund um die Apollo-Missionen, sondern auch die entscheidenden Daten und Informationen, die zeigen, was von diesen »Theorien« zu halten ist: nämlich nichts. Würden doch alle das Internet so clever zur Beschaffung von Fakten nutzen und nicht nur zur Bestätigung der eigenen Meinungen und Vorurteile. Wenn Sie übrigens auch eine Schüler- oder Jugendgruppe im Altersbereich von etwa 8 bis 15 Jahren kennen, die ein pfiffiges Projekt aus Raumfahrt und Astronomie durchgeführt hat, lassen Sie uns das bitte wissen. Wir freuen uns immer über Vorschläge für unsere Reihe »Space Checker«.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre des Newsletters und gutes Gelingen bei der Beobachtung der Halbschattenfinsternis. Wenn Sie erfolgreich waren, lassen Sie es uns doch bei Facebook wissen.

Bis in zwei Wochen.

Ihr

Stefan Deiters

Viel Freude beim Lesen und clier skies

Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie

Einstein geht es gut

 

Gerade hatten die Kosmologen etwas zu feiern: Am 8. Februar jährte sich zum 100. Mal jener Tag, an dem Albert Einstein in der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin vorstellig wurde, ein Manuskript abgab und darüber auch vor elf gerade anwesenden Kollegen vieler Fachbereiche berichtete. »Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie« waren das, und sie begründeten das moderne Bild des Universums noch bevor die beobachtende Astronomie überhaupt triftige Beweise dafür zu finden begann. Ein gutes Jahr zuvor hatte Einstein im November 1915 die Allgemeine Relativitätstheorie fertiggestellt und das Wesen der Raumzeit geometrisch interpretiert, nun folgten die Schlussfolgerungen für die Astronomie. Einstein führte dabei die Kosmologische Konstante in die entscheidende Gleichung ein, um »seinen« Kosmos statisch zu halten: Hinweise auf eine stetige Expansion des Alls würden erst ein Jahrzehnt später gefunden werden – dass so etwas eine natürliche Konsequenz, ja geradezu Prognose, seines Weltmodells sein konnte, das kam selbst Einstein nicht in den Sinn.

Doch sonst lag er fundamental richtig: In den vergangenen 101 Jahren haben Experimente und Beobachtungen sämtliche Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie – und waren sie noch so kurios – exakt bestätigt, erst vor einem Jahr gekrönt durch den direkten Nachweis kosmischer Gravitationswellen, den Einstein selbst nicht für möglich gehalten hatte. Und seine 100 Jahre alten kosmologischen Gleichungen beschreiben immer noch das grundlegende Verhalten des Kosmos. Die Kosmologische Konstante allerdings wurde zunächst auf null gesetzt, als Ende der 1920-er Jahre die Expansion des Alls entdeckt wurde. Seit rund 20 Jahren kehrt sie nun mit Macht zurück, seitdem klar ist, dass sich diese Expansion sogar beschleunigt. Das mag zwar eine Komplikation sein, »die niemand bestellt hat«, wie manche Kosmologen zeterten, aber alles passt nun – bei gleichzeitig immer präziseren Messungen – derart gut zusammen, dass inzwischen von einer »Standardkosmologie« die Rede ist, die manche als eine der größten Kulturleistungen der Menschheit ansehen.

Doch in den letzten Tagen waren nun Schlagzeilen der Art »Schnelle kosmische Expansion stellt Einsteins Theorie infrage« (The Guardian) oder – harmloser – »Neue Messung der Hubble-Konstante verstärkt Widersprüche« (Der Standard) zu lesen: Stürzt just zum 100. Geburtstag das moderne Weltbild zusammen und Albert vom Thron? Keineswegs, es ist nur – und zum wiederholten Mal – wahrscheinlicher geworden, dass die Kosmologie noch ein weiteres Bisschen komplizierter ist. Konkret ist eine Differenz von Bestimmungen der kosmischen Expansionsrate einmal mit relativ direkten astronomischen Methoden und zum anderen aus Eigenschaften des »Echos« des Urknalls – der kosmischen Radio-Hintergrundstrahlung – wieder ein Stückchen signifikanter geworden (siehe den Artikel »Gravitationslinsen bestätigen schnelle kosmische Expansion«). Der Konsens-Wert der direkten Methoden ist zwar nur etwa sechs Prozent größer, aber die Fehlerbalken der Ergebnisse beider Techniken sind inzwischen so klein, dass sie einander kaum noch berühren. In ihrem zweiten Jahrhundert steht die moderne Kosmologie also vor neuen Aufgaben: Zahlreiche Erklärungen für diese »Spannung« – so der Jargon für das Problem – zwischen den Werten liegen bereits auf dem Tisch. Sie deuten aufregende »neue Physik« an, die das Standardbild ergänzen würde. Aber Einstein behält trotzdem Recht.

Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.

Gravitationslinsen bestätigen schnelle kosmische Expansion

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