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Liebe Leserinnen und Leser,

vor 15 Monaten war es noch eine Sensation, jetzt gewöhnt man sich langsam daran: an den direkten Nachweis von Gravitationswellen. Drei Mal schon sind diese »Kräuselungen der Raumzeit« nun direkt gemessen worden. Das Medienecho wird geringer – wohl ein Hinweis darauf, dass das Zeitalter der Gravitationswellenastronomie inzwischen tatsächlich begonnen hat.

Vermutlich wird die Beobachtung von Gravitationswellen bald so selbstverständlich sein, wie die Entdeckung von extrasolaren Planeten. Bei neuen Funden müssen sich Astronomen heute schon etwas Besonderes einfallen lassen, um es noch auf die Titelseiten der Zeitungen oder in die Fernsehnachrichten zu schaffen: So werden immer wieder die »erdähnlichsten« bislang entdeckten Exoplaneten aufgespürt, die alle zumindest eines gemeinsam haben: wie unsere Erde sehen sie garantiert nicht aus.
 
Der erste extrasolare Planet um einen normalen Stern wäre übrigens beinahe nicht erst 1995 von Michel Mayor und seinem Mitarbeiter Didier Queloz um 51 Pegasi entdeckt worden, sondern schon einige Jahre früher durch ein Team um Gordon Walker von der University of British Columbia. Die spannende Geschichte dieser »Nicht-Entdeckung« hat Walker unserem Redakteur Daniel Fischer erzählt, nachzulesen im aktuellen Heft von Abenteuer Astronomie.

Daniel Fischer weiß in seiner Kolumne »Fischer am Freitag« auch Neues über das oft als mysteriösesten Stern der Milchstraße bezeichnete Objekt KIC 8462852 zu berichten. Der ungewöhnliche Helligkeitsabfall von »Tabbys Stern« führte schon zu den wildesten Spekulationen – aber lesen Sie selbst...
Und damit eine interessante Lektüre und ein schönes Pfingstwochenende.

Ihr
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Der Wunderstern bleibt einstweilen rätselhaft

Leider hat uns der vielfach als mysteriösester Stern der Milchstraße bestaunte KIC 8462852 nicht den Gefallen getan, bei seinem ersten intensiv beobachteten Helligkeitseinbruch in der zweiten Mai-Hälfte zu verraten, was ihn da gelegentlich so finster werden lässt. Denn der »Dip« – die »sauberste« Lichtkurve liefert ein Amateurastronom ab – dauerte keine Woche, und im sichtbaren Licht ging es gerade einmal um zwei Prozent abwärts. Während in der Vergangenheit nur der Satellit Kepler zuschaute, konnten es auch schon einmal 20 Prozent sein. Der Effekt war zu gering, als dass sich das Spektrum von KIC 8462852 markant verändert hätte.

Allenfalls deutete sich an, dass die Helligkeit im Blauen etwas stärker als im nahen Infraroten abgefallen war: Die leichte Rötung könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich feiner Staub in die Sichtlinie zwischen Stern und Erde geschoben hat, der blaues Licht stärker streut. Sehr staubhaltige Absorber, die sich zufällig oder vielleicht auch mit langer Periode bemerkbar machen, spielen im Großteil der weit über ein Dutzend – sich meist gegenseitig ausschließender – Hypothesen eine Rolle, die seit 2015 schon für das Verhalten von KIC 8462852 aufgestellt worden sind. Und just zur Zeit des neuen Dips sind wieder zwei neue dazu gekommen, die zwar clever aber sicher nicht das letzte Wort sind.

In dem einen Modell umkreist KIC 8462852 ein großer Planet mit Ringen sowie Schwärmen von Kleinkörpern auf Trojaner-Orbits (also um 60° vor und hinter ihm auf derselben Bahn), was die Kepler-Daten ganz gut erklären könnte. Nach dem anderen weniger detailliert ausgearbeiteten Szenario ist für die Einbrüche vielmehr ein ungleichmäßig mit Material gefüllter Ring im äußeren Sonnensystem verantwortlich, der wegen der Erdbahn um die Sonne gelegentlich in die Sichtlinie zum fernen Stern gerät. Beide Modelle haben immerhin gegenüber manch anderen den Vorteil konkreter Vorhersagen für die Zeitpunkte kommender Dips. Und im ersten Szenario wäre der kleine Einbruch der letzten Tage durch das Verschwinden des Planeten hinter dem Stern verursacht worden. Das Warten auf den nächsten tiefen Dip geht weiter.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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