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Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie auch schon Frühlingsgefühle? Bei mir persönlich halten sich diese angesichts Erkältung und –8 Grad vor der Haustür noch etwas in Grenzen, doch wenn man den Websites und Zeitungen glauben möchte, hat gestern tatsächlich der Frühling begonnen – der meteorologische Frühling zwar, aber die Meteorologen müssen es ja schließlich wissen. Und so wurde sich gestern herzlich darüber beklagt, dass es trotz des Frühlingsbeginns draußen noch so kalt ist.

Dabei hat das durchaus seine Richtigkeit, denn wir haben noch Winter. Die Jahreszeiten sind schließlich Sache der Astronomen: Die Tag-und-Nachtgleiche und damit der Beginn des kalendarischen Frühlings auf unserer Halbkugel fällt in diesem Jahr auf den 20. März. Genau um 17.15 MEZ ist es soweit. Nur weil in den Statistiken der Meteorologen der März schon zu den drei Frühlingsmonaten gezählt wird, heißt das eben nicht, dass jetzt schon Frühling sein muss. Ist ja auch nicht – siehe draußen.

Über die wichtigsten astronomischen Termine informieren wir Sie übrigens ständig auf unserer Website, in den regulären Heften von Abenteuer Astronomie und ganz ausführlich im Himmels-Almanach – auch hier ist natürlich der Frühlingspunkt für den 20. März angegeben. Wer das Heft noch nicht besitzt, kann es noch bestellen.
Und damit wünsche ich Ihnen ein gemütliches Winterwochenende und viel Spaß beim Lesen.
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Als sich die Ariane verflog...

Am Ende haben beide Nachrichtensatelliten überlebt und werden, wenn auch nicht so lange wie von den Kunden erhofft, ihren Aufgaben nachkommen können – aber was der europäischen Trägerrakete Ariane V da bei ihrem 97. Start in der Nacht vom 25. zum 26. Januar passiert und jetzt in einem amtlichen Bericht erklärt worden ist, wirft reichlich Fragen auf. Die bedauerlich knapp gehaltene Mitteilung der unabhängigen Untersuchungskommission bestätigt die Vermutungen noch aus jener Nacht, als die beiden Satelliten plötzlich unauffindbar waren, die Missionskontrolle nicht ein noch aus wusste und der zerknirschte Chef von Arianespace schon einen möglichen Totalverlust eingestand: Die Rakete war tatsächlich krass falsch programmiert worden!

Von Anfang an war sie in eine um 20° falsche Richtung unterwegs gewesen und hatte ihre Fracht dementsprechend auf einer um 20° statt 3° gegen den Äquator geneigten Bahn ausgesetzt, wie sie für künftige geostationäre Satelliten nötig ist. Zaungäste des Starts in Französisch-Guyana wunderten sich zwar über die ungewohnte Bahn der aufsteigenden Rakete – aber die »Flugkontrolle« war lange völlig ahnungslos: Alle hockten offenbar vor Monitoren, wo ihnen eine korrekte Anfangsphase des Starts vorgegaukelt wurde. Erst als nach 9 Minuten und 26 Sekunden plötzlich der Telemetriestrom abriss (weil die irrlichternde Rakete aus dem Bereich aller Bodenstationen geflogen war, wie man nun weiß), wachten sie auf. Und in der Live-Übertragung des Starts wurde auch danach noch fast eine halbe Stunde lang ein regulärer Missionsverlauf zusammenfantasiert, bis sie abrupt unterbrochen und ihre Aufzeichnung auf YouTube gelöscht wurde, wo es aber zum Beispiel hier komplette Kopien gibt: ein absonderliches Dokument kosmischer Fake News.

Während Arianespace einen Monat später nun kühn behauptet, der Fehler sei »perfekt verstanden und Korrekturmaßnahmen klar identifiziert«, ohne das näher auszuführen, ist zumindest die französische Presse überhaupt nicht zufrieden. Und in der Tat wurde bislang öffentlich weder erklärt, wie der 20°-Irrtum überhaupt passieren konnte noch warum er bei allen Prüfungen vor dem Start nicht entdeckt wurde – und warum dann die Flugkontrolle sehr lange schlicht nichts mitbekam. Immerhin war da eine schwere Rakete auf reichlich falscher Bahn unterwegs gewesen – und bedrohte dabei nur deswegen keine bewohnten Gebiete, weil ihre Hardware tadellos arbeitete. Und auch weil südlich vom Startgelände Kourou erst einmal endloser Dschungel kommt...
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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