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Liebe Leserinnen und Leser,

das Radcliffe College im US-amerikanischen Cambridge wurde im 19. Jahrhundert von der Harvard University als separate Bildungseinrichtung gegründet, um auch Frauen ein Studium zu ermöglichen – in Harvard selbst durften diese nämlich nicht studieren. Das änderte sich erst während des Zweiten Weltkriegs; das Radcliffe College wurde offiziell sogar erst 1999 vollständig in die Harvard University integriert.
 
Henrietta Swan LeavittEine Studentin des Radcliffe College war Henrietta Swan Leavitt (Abb. links, Quelle Wikipedia). Am Harvard College Observatory arbeitete sie später als weiblicher »Computer« – so wurden damals die Frauen genannt, die vom Direktor Edward Charles Pickering für die zeitaufwändige und eintönige Auswertung von fotografischen Platten für die Erstellung von Sternkatalogen angestellt worden waren – zu einem vergleichsweise geringen Lohn versteht sich.

Pickering beauftragte Leavitt mit der Untersuchung von veränderlichen Sternen in der Magellanschen Wolke, ohne natürlich zu ahnen, dass sie dabei die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung der Cepheiden entdecken würde. Diese sollte später eine fundamentale Rolle bei der Vermessung des Universums spielen. Leavitt wurde zum Vorbild für viele Frauen in der Astronomie, von denen es bis heute noch immer viel zu wenige gibt. Wie komme ich gerade jetzt auf Leavitt? Ganz einfach: In dieser Woche jährte sich ihr Geburtstag zum 150. Mal – Leavitt wurde am 4. Juli 1868 geboren.
Doch genug aus der Vergangenheit, Daniel Fischer schaut gleich nach vorne, auf das astronomische Ereignis dieses Sommers...
Und damit viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

»Jahrhundert-Mondfinsternis«… mit Hindernissen

In genau drei Wochen wird sie stattfinden, die Mondfinsternis mit der längsten Totalität des 21. Jahrhunderts, die zudem komplett im deutschsprachigen Raum zu sehen ist – oder etwa doch nicht? Das mit der Länge stimmt schon: Ihre 104 Minuten, die der Mond komplett im Kernschatten der Erde verbringen wird, wurden zuletzt im Jahr 2000 (um vier Minuten) übertroffen und werden es erst wieder 2123 (um zwei Minuten); allerdings gibt es 2029 und 2047 jeweils um nur zwei Minuten kürzere Totalitäten. Das mediale Geraune über eine »XXL-Blutmondfinsternis« oder »Jahrhundert-Finsternis« hat bereits begonnen, und ein Himmelsspektakel ohne Gleichen wird da mitunter versprochen – aber die wenigsten Artikel verweisen auf die sehr ungünstigen geometrischen Umstände des Ereignisses! Die Totalität beginnt nämlich um 21:31 MESZ, und da ist der Mond gerade erst aufgegangen – und weil ihm bei Vollmond und insbesondere einer Mondfinsternis die Sonne exakt gegenübersteht, ist letztere auch eben erst unter dem Horizont verschwunden: Es herrscht helle Dämmerung!

Je weiter östlich und südlich der Standort, desto besser sind die Bedingungen: In Hamburg betragen die Mondhöhe bzw. Sonnentiefe bei Totalitätsbeginn, -mitte (um 22:22 MESZ) und -ende (um 23:14 MESZ) 1°, 6° und 11° (ähnlich übrigens auch in NRW), in Berlin 3°, 9° und 13°, in Zürich: 4°, 10° und 16°, in München 5°, 11° und 16° und im glücklichen Wien 7°, 13° und 18°. Aber selbst dort findet die gesamte Totalität innerhalb der Abenddämmerung statt, die erst mit 18° Sonnentiefe endet und noch zur Hälfte recht hell ist. Ferner ist zu bedenken, dass in Höhen von weniger als etwa 10° über dem Horizont der lange Lichtweg durch die Atmosphäre Himmelskörpern Helligkeit und Kontrast raubt. Wobei die Gesamthelligkeit des Mondes im Kernschatten der Erde 10 bis 12 Größenklassen unter der des Vollmonds liegt – aber wiederum der Farbkontrast der rötlichen Umbra zur blauen Dämmerung beim Nachweis helfen kann. Wann der total verfinsterte Mond am Abend des 27. Juli tatsächlich sichtbar werden wird, hängt also von zahlreichen Faktoren ab. Einen Hinweis mag eine Mondfinsternis in Australien 2014 geben, deren Totalität für einen Beobachter exakt mit dem Mondaufgang endete: Auf seinen Fotos aus Adelaide ist das Glimmen der Umbra ab etwa 4 Grad Mondhöhe/Sonnentiefe zu erahnen.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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