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Liebe Leserinnen und Leser,

vor rund einem Jahr haben wir in »Abenteuer Astronomie« über die damals gerade 50 Jahre zurückliegende Entdeckung der Pulsare durch Jocelyn Bell berichtet. Für viele ist Bell eine der prominentesten Frauen, die den Physik-Nobelpreis nicht erhalten haben. In dieser Woche wurde bekannt, dass sie im November mit dem mit drei Millionen US-Dollar dotierten »Special Breakthrough Prize in Fundamental Physics« geehrt wird. Herzlichen Glückwunsch! Ihr Preisgeld will sie übrigens spenden, um damit Physik-Doktoranden zu unterstützen, die aus Bevölkerungsgruppen kommen, die bislang in der Physik unterrepräsentiert sind.

Bell Burnell trauert dem Nobelpreis offenbar nicht nach: Wer ihn bekommt, hätte eine fantastische Woche und bekäme dann anschließend keine Preise mehr, so zitiert sie der britische Guardian. Wenn man ihn aber nicht bekommt, würde man viele andere Preise erhalten. »Fast jedes Jahr gab es eine Party, weil ich wieder eine Auszeichnung bekommen hatte. Das hat viel mehr Spaß gemacht.« Manchmal muss man die Dinge einfach auch positiv sehen...
 
Doch noch etwas ganz anderes: Morgen findet auf dem Messegelände in Villingen-Schwenningen wieder die internationale Astronomie-Messe AME statt. Natürlich ist auch der Oculum-Verlag wieder dabei, der seine Neuerscheinungen präsentieren wird. »Abenteuer Astronomie« wird sich auf der Messe umschauen, was es so alles Neues gibt und worüber es sich zu berichten lohnen könnte. Natürlich würde ich mich auch freuen, mit möglichst vielen von Ihnen auf der AME ins Gespräch zu kommen: Haben Sie Ideen für das Heft, gefällt Ihnen etwas überhaupt nicht oder besonders gut? Lassen Sie es uns wissen!
Und damit erst einmal viel Spaß beim Lesen dieses Newsletters und vielleicht bis morgen!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Wenn die Sojus ein Loch hat

Ein Leck in einem Raumfahrzeug, durch das Luft entweicht: eines der großen Schreckensszenarien der Raumfahrt – für die direkt Betroffenen, aber auch die breite Öffentlichkeit. Ende August ist solch ein Fall auf der Internationalen Raumstation tatsächlich eingetreten, freilich derart begrenzt, dass die Besatzung nicht einmal aufgeweckt, sondern erst später auf die Suche nach dem Leck geschickt wurde: Mit einem Ultraschallmikrofon war es bald isoliert und dann mit einem Streifen Kapton-Folie erst provisorisch und schließlich mit Gaze und Harz hinreichend gut versiegelt, dass der Luftdruck nicht weiter sank.
 
Ende gut, alles gut? Von wegen: Rasch stand nämlich fest, dass das ca. 2mm große Loch von Menschenhand – und zwar mit einem Bohrer und ziemlich ungeschickt – verursacht worden war, was die Frage nach dem wann, von wem und warum aufwirft. Und vor allem herrscht seit der Arbeit an dem Leck – die über den Funkverkehr immerhin noch live verfolgt werden konnte – ein heilloses Informationschaos, das die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos inzwischen zu dem Hilferuf veranlasst hat, die Presse möge doch bitte eigene Recherchen einstellen und einen offiziellen Untersuchungsbericht abwarten, der Mitte September kommen werde.

Offizielle Statements zu dem Loch – im Orbitalsegment der angedockten Sojus-Kapsel, mit der u.a. Alexander Gerst anreiste und auch wieder abreisen soll, in der Nähe der Toilette unter einer Isolationsabdeckung – gibt es so gut wie keine: nur je zwei extrem knappe Mitteilungen von NASA und Roskosmos (und gar nichts Selbstformuliertes der ESA) zur erfolgreichen Abdichtung. Gefolgt dann von ein paar bemerkenswerten Sätzen des Roskosmos-Chefs gegenüber russischen Medien: Es sei weder klar, ob die geheimnisvolle Bohr-Aktion am Boden oder erst im Orbit erfolgt sei – noch, ob es eine Panne oder Absicht war. Was wiederum den Ex-Kosmonauten und jetzigen Duma-Abgeordneten Maxim Surajew – ein Begleiter Gersts bei dessen erstem ISS-Aufenthalt übrigens und zeitweise ISS-Kommandant – zu der wilden Spekulation bewog, ein ISS-Crewmitglied könne das Loch aus Heimweh gebohrt haben, um schneller wieder nach Hause zu kommen. Viel glaubwürdiger scheint da die Version anonymer Informanten aus der Sojus-Fertigung, das Loch sei versehentlich gebohrt, mit Klebstoff nur unzureichend geflickt und der Vorfall vertuscht worden. Wozu wiederum ein russischer Raumfahrtexperte bemerkte, derartiges sei nicht zum ersten Mal passiert. Auf den Bericht darf man also gespannt sein.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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