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Liebe Leserinnen und Leser,

am Mittwoch verstarb der Astrophysiker Stephen Hawking, der zweifellos einer der bemerkenswertesten Persönlichkeiten in der Wissenschaft war. Auch wenn die wenigsten im Detail verstanden haben dürften, über was er eigentlich geforscht hat, ist es ihm gelungen, durch seine populärwissenschaftlichen Werke unzählige Menschen auf der ganzen Welt für Astrophysik und Kosmologie zu begeistern.

Ebenso eindrucksvoll war Hawkings Energie und Lebensfreunde, die er sich trotz seiner Behinderung immer erhalten hat: Er reiste in die Antarktis, tauchte mit einem Unterseeboot und trainierte auf einem Parabelflug für einen ersten Raumflug. In seiner letzten Botschaft sagte er: »Seid neugierig! Und wie schwierig das Leben auch scheinen mag, es gibt immer etwas, was ihr tun könnt und womit ihr erfolgreich sein könnt. Wichtig ist nur, dass ihr nicht einfach aufgebt.« Die Stimme von Stephen Hawking, auch wenn sie aus dem Computer kam, wird der Welt fehlen.

Zum 75. Geburtstag Hawkings haben wir Ende 2016 in Heft 6 von Abenteuer Astronomie ausführlich auf Leben und Werk dieses Ausnahmewissenschaftlers zurückgeblickt. Anlässlich seines Todes steht dieser Artikel seit Mittwoch frei auf unserer Website für jeden zur Verfügung.

Leserinnen und Leser, die Abenteuer Astronomie mit der App lesen, können sich übrigens schon heute auf die neue Ausgabe von Abenteuer Astronomie freuen, Abonnenten erhalten sie im Laufe der Woche per Post, am Kiosk ist das Heft dann am kommenden Freitag zu kaufen.
Viel Spaß beim Lesen
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Ungebetene himmlische Geschenke ... aus China

Es war Samstagmorgen gegen 2:30 Uhr Ortszeit, als in Paraguay, dem Norden Argentiniens und auch anderswo in Südamerika eine spektakuläre Leuchterscheinung über den Himmel zog – erfasst selbst von einer All-Sky-Kamera auf dem Cerro Paranal in Chile. Die leuchtenden Trümmer mit Schweif waren so langsam unterwegs, dass ein natürlicher Meteor ausgeschlossen war: Hier verglühte etwas, das aus dem Erdorbit kommend in die Atmosphäre eintrat. Die Identifikation mit der Oberstufe einer chinesischen Rakete, die letzten Dezember gestartet war, gelang rasch. Und es wurde gar ein gut erhaltener Tank aus ihr in Paraguay gefunden, was übrigens erstaunlich oft passiert, nur in diesem Land war es das erste Mal.

Das überraschende Spektakel vom 10. März – der Wiedereintritt der Stufe war zwar erwartet worden, aber eine konkrete Prognose für Südamerika hatte es nie gegeben - war quasi eine Vorschau auf den nächsten großen Sturz aus der Umlaufbahn, abermals made in China. Während die Oberstufe eine Masse von etwa drei Tonnen hatte, bringt es Chinas erste experimentelle Raumstation Tiangong-1 auf 8,5 Tonnen: Irgendwo zwischen 43° Nord und 43° Süd wird sie gemäß ihrer Bahnneigung herunterkommen, dabei sicherlich in einem anderen Muster zerfallen als der hohle Raketen-Zylinder, und es dürfte am Schluss auch mehr die Oberfläche erreichen. Wobei das Risiko, Schaden zu nehmen, für den einzelnen aber mikroskopisch gering ist: Etwaige Trümmer verteilen sich über ein langes schmales Band und fallen von der Luft gebremst ballistisch auf den Boden.

Noch lässt sich das Datum dafür nur auf etwa zwei Wochen genau angeben: 1. bis 12. April, 3. April plus/minus eine Woche und 29. März bis 9. April lauten die aktuellsten Berechnungen verschiedener Experten. Nach wie vor völlig unklar ist bei dieser Unsicherheit natürlich, wo auf der Erde es passieren wird. Schließlich rast die Raumstation alle etwa 92 Minuten einmal komplett um die Erde, die sich langsam unter ihr weiterdreht. Erst in den letzten Tagen und Stunden können mehr und mehr Zonen auf der Erde ausgeschlossen werden, die Tiangong-1 definitiv nicht mehr erreichen kann, und das Land, über dem die Station verglühen wird, lässt sich vermutlich erst während des letzten Orbits benennen: Der Eintrittswinkel in die immer dichtere Atmosphäre ist extrem flach. Dreimal schon wurde übrigens in diesem Jahrzehnt dem bevorstehenden Wiedereintritt großer Satelliten einiges mediale Interesse zuteil – und der UARS, ROSAT und Fobos-Grunt verglühten 2011 und 2012 jeweils von Menschen unbeobachtet über dem Meer.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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