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Liebe Leserinnen und Leser

willkommen zum neuen Abenteuer-Astronomie-Newsletter, mit dem wir Sie künftig alle zwei Wochen über Nachrichten aus Astronomie und Raumfahrt, Neuigkeiten aus der Redaktion und Aktionen des Verlags informieren möchten. Die erste Ausgabe des Newsletters erhalten Sie heute, am Freitag, dem 13. Januar.

Sie merken also, wir sind nicht abergläubisch – das wäre nämlich irgendwie „postfaktisch“, womit ich bei einem Highlight unseres neuen Newsletters bin, der Kolumne „Fischer am Freitag“. Darin wirft Daniel Fischer, langjähriger Redakteur und Kolumnist von Abenteuer Astronomie, einen ganz eigenen Blick zurück auf die Ereignisse der vergangenen Tage in Astronomie und Raumfahrt. Titel der ersten Kolumne: „Postfaktische Astronomie“ - eine kritische Auseinandersetzung mit der Behandlung verschiedener astronomischer Themen in den Medien in den vergangenen Wochen. Unbedingt lesen!

Im Verlag haben wir gerade die Arbeit an Heft 7 abgeschlossen, das in einer Woche in elektronischer Form verfügbar sein wird. Abonnenten der gedruckten Ausgabe haben das neue Heft dann wenige Tage später im Briefkasten. Themen des Heftes werden unter anderem Polarlichtreisen, Astrofotografie mit dem Smartphone und die Entfernungsbestimmung im All sein - mehr dazu in zwei Wochen.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre dieses Newsletters. Wenn er Ihnen gefallen hat, lassen Sie uns das gern wissen, wenn wir etwas besser machen können, dann sagen Sie bitte erst Recht Bescheid! Das alles gerne per E-Mail an redaktion@abenteuer-astronomie.de, bei Facebook oder bei Twitter.

Bis in zwei Wochen.
Viel Freude beim Lesen und clear skies

Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie

Fischer am Freitag: Postfaktische Astronomie

"Asteroid aus dem Nichts schießt an der Erde vorbei": Überschrift eines von zahllosen Artikeln der letzten Tage über den Klein(st)planeten 2017 AG13, der am 9. Januar in 210.000km Abstand an der Erde vorbeiflog, also mit weniger als einer Monddistanz. Entdeckt worden war der Asteroid erst zwei Tage zuvor: War hier die Erde knapp einer kosmischen Katastrophe entronnen, die die Astronomen zudem noch beinahe übersehen hätten, wie die Artikel durchweg insinuierten? Und müsste da jetzt nicht endlich mal was passieren? Ein Blick in einschlägige Tabellen wie die des Minor Planet Center ordnet den Vorgang schnell ein: Neun Asteroiden sind bekannt, die der Erde näherkamen und zugleich mindestens so groß wie 2017 AG13 waren, dessen Durchmesser zwischen 10 und 35 Metern liegt.

Darunter war erst letztes Jahr 2016 EF195, der die Erde nur um 40.000km verfehlte, während der 30 bis 100m große Duende alias 2012 DA14 im Februar 2013 bis auf 41.000 km herankam. Auch das tatsächliche Kollisionsrisiko durch solche Kleinkörper ist leicht nachzuschlagen: Just diesen Monat jährt sich zum 25. Mal die Veröffentlichung der ersten detaillierten Studie dazu ("The Spaceguard Survey"), deren Schlussfolgerungen auch heute noch Bestand haben. Asteroiden vom Format von 2017 AG13 treffen die Erde demnach im Schnitt alle 100 bis 500 Jahre - wobei sie meist schon in der Atmosphäre explodieren. Und das an irgendeiner Stelle über dem Planeten, also meist über einen Ozean oder einer unbesiedelten Gegend.

Eine Stadt wird im Schnitt nur einmal alle rund 10.000 Jahre von solch einem Airburst oder Einschlag (wenn der Körper besonders fest ist) heimgesucht - und die Geschichte gibt der Statistik Recht: Es hat genau einen solchen Fall gegeben, die kosmische Explosion über Tscheljabinsk 2013, und nicht ein einziges Todesopfer in der gesamten Menschheitsgeschichte kann sicher einem Asteroiden zugeschrieben werden. Suchprogramme nach besonders großen erdnahen Asteroiden der Kilometer-Klasse, wie sie seit dem Spaceguard-Report hauptsächlich von den USA betrieben werden, schließen verheerende Einschläge in den nächsten Jahrhunderten inzwischen aus, und auch Kataloge der kleineren Brocken werden ständig kompletter: Die Astronomen kümmern sich - und Grund zur Sorge besteht nicht.

Kaum ein Monat vergeht ohne dubiose Astronomie-Geschichten in den Medien, die mit ein bisschen Recherche hätten vermieden werden können. Zum Beispiel das Märchen von einem Kometen für das Fernglas oder gar das bloße Auge diesen Monat, das ständig zu lesen war - und auf missverständliche Formulierungen in einer NASA-Presseerklärung über den Kometen C/2016 U1 (NEOWISE) zurückging. Der freilich mit 7. Größe im Glanz der Sonne verschwand, ohne je für Laien zu finden gewesen zu sein: Mit jedem Ephemeriden-Programm - und Grundkenntnissen über die Schwierigkeit, einen Kometen tief am Himmel und in der Dämmerung überhaupt zu erspähen – hätte man sich das vorher klarmachen können.

Selbst in Nachrufe verirrt sich schon mal Postfaktisches: Da wurde die am 25. Dezember verstorbene US-Astronomin Vera Rubin, deren Verdienste als Vorbild für viele Astronomen, vor allem weibliche, unbestritten sind, durchweg zur "Entdeckerin der Dunklen Materie" in Galaxien erhoben - und zugleich meist das Nobel-Komitee dafür beschimpft, dass es ihr nie den Physik-Nobelpreis zuerkannte, angeblich weil sie eine Frau war. Wobei unterschlagen wurde, dass sich die Schweden 2011 explizit dazu geäußert hatten: Die Entdeckungsgeschichte der flachen Rotationskurven der Spiralgalaxien sei ziemlich kompliziert und die Rolle verschiedener Astronomen müsse erst noch ergründet werden. Genau das erweist sich als korrekt, wenn man die Fachliteratur der 1970er Jahre durchstöbert: Rubins Rolle festzunageln ist in der Tat schwierig. Und die ultimative Ironie: Je älter sie wurde, desto geneigter war sie, die Rotation der Galaxien einer Modifikation des Gravitationsgesetztes statt einer unbekannten Materie zuzuschreiben...


Daniel Fischer
Redakteur
Abenteuer Astronomie

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