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Liebe Leserinnen und Leser,

in Göttingen geht heute die Herbsttagung der Astronomischen Gesellschaft zu Ende. Dieses »Familientreffen« der deutschsprachigen Astronomen ist immer wieder eine schöne Gelegenheit, alte Kollegen und Studienfreunde zu treffen – sei es nun in der Kaffeepause zwischen den wissenschaftlichen Vorträgen oder beim Konferenzdinner, das in diesem Jahr im Foyer des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung zwischen Modellen des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko und der Sonden Rosetta und Philae stattfand und von »MegaGauss«, der Hausband des Instituts, begleitet wurde.
 
Einer der Höhepunkte dieser Tagungen ist die Verleihung der Karl-Schwarzschild-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die die deutschsprachige Astronomie zu vergeben hat. Am Dienstag wurde sie an Prof. Dr. Richard Wielebinski vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR) in Bonn verliehen, einen der Pioniere der Radioastronomie in Deutschland. Daniel Fischer hat ihn für Heft 11 von Abenteuer Astronomie interviewt. Das Heft ist ab heute im Handel erhältlich.

Auch andere Themen des Heftes haben direkt oder indirekt mit Radioastronomie zu tun: So werfen wir einen Blick zurück auf 50 Jahre Pulsar-Forschung, verraten Ihnen, wie man Meteore vom eigenen Garten aus belauschen kann oder unternehmen einen Spaziergang durch die Geschichte der Radioastronomie in der Eifel. Selbstverständlich finden sich aber auch zahlreiche Artikel für diejenigen im Heft, die das Universum lieber im sichtbaren Bereich des Spektrums beobachten.
Eine spannende Lektüre von Heft 11 und von diesem Newsletter wünscht
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Deutsche Astronomen planen bis 2030

1962 hatte es die erste gegeben, mit Nachfolgern 1987 und 2003 - und seit dem 19. September liegt sie nun auf dem Tisch (ausgewählter Adressaten und für den Rest der Welt hier kostenlos im Web zu finden, samt Zusatzdokumenten): die »Denkschrift 2017 / Perspektiven der Astrophysik in Deutschand 2017-2030 / Von den Anfängen des Kosmos bis zu Lebensspuren auf extrasolaren Planeten«. Ersteren ist die Astronomie in den letzten Jahren schon recht nahegekommen, nach letzteren wird demnächst tatsächlich gesucht – und deutsche Astronomen sind überall mit dabei. Die Denkschrift ist zum größten Teil eine kompakte Bestandsaufnahme der modernen Astronomie und ihrer Instrumente auf der Erde und im Weltraum, jeweils mit Hervorhebung spezieller deutscher Beiträge zu Forschungsfeldern und bestimmten Teleskopen.

Und die sind heute fast ausnahmslos internationaler Art, von bilateralen Projekten wie dem deutschen Junioranteil an der fliegenden Sternwarte SOFIA bis zur Mitgliedschaft in europaweiten Organisationen, namentlich der ESO für die boden- und der ESA (auch) für die weltraumgestützte Astronomie. Dort fallen erhebliche »Grundgebühren« an, bedingt durch Deutschlands im Vergleich hohes Bruttosozialprodukt, und der Spielraum für konkrete »nationale« Initiativen ist begrenzt: Daher mündet die Denkschrift nicht in kühnen Forderungen nach neuen Großgeräten, über die eh nur internationale Gremien befinden können, sondern empfiehlt vielmehr das Drehen an einer Anzahl von Stellschrauben, die die Arbeitsbedingungen und Chancen für Deutschlands Astronomen verbessern sollten.

Vorrangig sollen die Geldgeber – die deutsche Astronomie finanziert sich über eine ganze Reihe Kanäle aus der öffentlichen Hand – den Zugang zu den wichtigsten existierenden und kommenden internationalen Forschungseinrichtungen garantieren: Beim Radiointerferometer ALMA, den chilenischen Sternwarten auf dem Paranal und La Silla und dem kommenden Extremely Large Telescope ist das über die ESO-Mitgliedschaft bereits so, beim unabhängigen Riesenradioprojekt Square Kilometer Array (aus dem sich die Bundesregierung abrupt verabschiedet hatte) scheint sich zumindest eine Art der Teilnahme abzuzeichnen. Auch bei der ESA ist Deutschland automatisch bei allen Forschungssatelliten »dabei«, allerdings muss die Beteiligung an den konkreten Instrumenten dabei zusätzlich einzeln national finanziert werden. Hier hat Deutschland eine Menge Kompetenz angehäuft und ist – außer bei der ESA auch in den USA und Japan – ein geradezu begehrter Instrumenten-»Spender«. Und muss der ESA wie den anderen allerdings allzu oft nein sagen, weil die im Gesamtvergleich geringen Gelder dafür fehlen.

Eine Erhöhung der entsprechenden Etats um nur 10 bis 20 Prozent, hieß es bei der Vorstellung der Denkschrift am Rande einer Tagung in Göttingen, könnte die Teilnahme deutscher Forscher an internationalen Weltraummissionen stark erhöhen und die Kompetenzen sichern helfen. Wiederum auf dem Erdboden wäre ein deutscher Einstieg beim Large Synoptic Survey Telescope – der ultimativen Himmelskamera - wünschenswert, ist aber mangels passender Finanzierungswege derzeit nicht möglich: Auch da sollte sich etwas ändern. Und die Denkschrift, das Ergebnis eines längeren Konsultationsprozesses unter den Astronomen, empfiehlt einen ganzen Katalog von Verbesserungen der wissenschaftlichen Infrastruktur im Lande. Nun wird sie den Entscheidungsträgern vorgelegt: Ihre Vorgänger, so hieß es bei der Vorstellung, hätten zumindest mitgeholfen, das aktuelle goldene Zeitalter (nicht nur) der deutschen Astrophysik herbeizuführen.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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