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Liebe Leserinnen und Leser,

die Nacht von Sonnabend auf Sonntag ist eine Stunde länger: Um 3 Uhr MESZ endet nämlich die Sommerzeit, die Uhren werden auf 2 Uhr MEZ zurückgestellt. Angesichts der derzeitigen Debatten könnte es die letzte Zeitumstellung dieser Art gewesen sein. Die Europäische Union will – so zumindest der aktuelle Stand – nur noch eine Zeitumstellung auf Sommerzeit im Frühjahr 2019 vorschreiben, ob die Länder dann auf Winterzeit zurückstellen oder bei Sommerzeit bleiben, ist jedem Land selbst überlassen.

Himmels-Almanach 2019In Deutschland vertreten viele die Meinung, dass man doch bitte im kommenden Herbst die Sommerzeit beibehalten möge. Wenn es denn so kommt, kann man nur hoffen, dass sich auch unsere Nachbarländer dieser Regelung anschließen – sonst müsste man bei einem Besuch in den Niederlanden oder in Österreich vielleicht bald die Uhr umstellen. Ein solcher europäischer Zeitzonenflickenteppich würde dann fast ein wenig an die Zeit vor über 125 Jahren erinnern, als es noch Münchner und Berliner Zeit gab. Die Münchener Zeit ging übrigens gegenüber der Berliner Zeit sieben Minuten nach.

In unserem neuen Himmels-Almanach für das Jahr 2019 haben wir übrigens erst einmal so getan, als würden auch 2019 die Uhren im Frühjahr vor und im Herbst wieder zurückgestellt. Denn vorhersagen, was da in den nächsten Monaten in Berlin und Brüssel passiert und entschieden wird, konnten wir beim besten Willen nicht.
Doch nun erst einmal viel Spaß mit unserem Newsletter und machen Sie das Beste aus der zusätzlichen Stunde!
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag

Sternbedeckung durch Transneptun nahm seltsame Wendung

Da machten sich im März 2017 Astronomen auf drei Kontinenten auf, um die Bedeckung eines schwachen Sterns durch den Transneptun (90482) Orcus zu beobachten: eine seit Jahrzehnten bewährte Methode, um etwas über die Größe und Gestalt kleiner oder ferner Körper des Sonnensystems zu lernen. Doch was sie bekamen, war etwas völlig anderes: die Bedeckung von zwei Sternen durch den Mond von Orcus namens Vanth. Der unerwartete Ausgang der Beobachtungskampagne wird nach eingehender Analyse und weiteren Beobachtungen jetzt in einer ausführlichen Arbeit dargestellt, die wieder einmal zeigt, was es für verrückte Zufälle in der Astronomie geben kann. Vorher hatte man geglaubt, dass der auf einer Bahn ähnlich der von Pluto um die Sonne laufende Orcus etwa 900km groß war (und damit ebenfalls ein Zwergplanet sein dürfte, wenn auch nicht amtlich so gelistet) und Vanth 280km. Aber die Beobachtungen der Sternbedeckung an fünf Standorten – in Hawaii, Kalifornien, Texas und zweien in Chile – ergaben da überhaupt keinen Sinn: Nur in Hawaii und Texas verschwand der Stern für kurze Zeit hinter einem festen Himmelskörper, in Kalifornien und Chile dagegen nicht.

Ein Szenario, das die zwei positiven und drei negativen Messungen unter einen Hut bringt, kam erst zustande, als sich die Astronomen den vermeintlichen Einzelstern, der da bedeckt worden war, ganz genau anschauten: mit dem 8-Meter-Teleskop Gemini Süd und Speckle-Interferometrie, einer optischen Technik, die die Luftunruhe schlagen und sehr enge Doppelsterne auflösen kann. Und siehe da: Bei dem vermeintlichen 14,5mag-Stern handelt sich um ein Paar aus zwei Sternen mit 15mag und 15,9mag in 0,25 Bogensekunden Abstand! Plötzlich ergaben die Messungen Sinn: Es war nicht Orcus sondern Vanth der Bedecker gewesen – und in Hawaii für den schwächeren und in Texas für den helleren der Sterne des Paares. Ein beliebig unwahrscheinlicher Zufall, aber die einzige sinnvolle Erklärung. Die beiden »Sehnen« Vanths, die über die Sterne zogen, waren allerdings länger als sein zuvor vermuteter Durchmesser: Dieser beträgt (eine wahrscheinliche Kugelform angenommen) vielmehr etwa 450 km, womit der Körper deutlich dunkler als Orcus sein musste. Und siehe da: Radioastronomische Beobachtungen mit dem ALMA-Teleskop lieferten jüngst rund 900km und knapp 500km für Orcus bzw. Vanth, mit Reflexionswerten von 22 und 8 Prozent – in schöner Übereinstimmung mit dem Bedeckungsergebnis.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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