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Liebe Leserinnen und Leser,

am Montag haben wir die neue Ausgabe von »Abenteuer Astronomie« an unsere Druckerei übermittelt und die Arbeit der Redaktion an dem Heft damit abgeschlossen. In einer Woche werden Sie Ausgabe 8 in der App lesen können, Abonnenten sollten sie wenig später in ihrem Briefkasten vorfinden. Mit Erscheinen des nächsten Newsletters wird das Heft dann auch am Kiosk erhältlich sein.

In der Redaktion haben wir schon mit der Arbeit an Ausgabe 9 begonnen, doch steht zunächst noch ein anderes Heft auf dem Programm: unser beliebtes EXTRA Teleskope & Ferngläser, in dem auch in diesem Jahr wieder zahlreiche neue Produkte getestet und in kurzen Berichten und Interviews vorgestellt werden. Wie 2016 wollen wir wieder einige Produkte, die unseren Lesern, den Mitarbeitern und der Redaktion aufgefallen sind, besonders hervorheben. Für den »Reader Star« haben wir heute die Abstimmung freigeschaltet: Bestimmen Sie bis Ende der kommenden Woche mit, welches der Produkte diese Auszeichnung erhalten soll. Die Umfrage lässt sich ganz unkompliziert online ausfüllen. Wir sind gespannt auf das Ergebnis.

Mitmachen kann man auch an anderer Stelle: Einst halfen viele PC-Nutzer auf der ganzen Welt ihm Rahmen des Projekts SETI@home bei der Suche nach Signalen Außerirdischer und stellten dazu praktisch die nicht benötigte Rechenleistung ihres Computers zur Verfügung. Inzwischen gibt es unzählige weitere Möglichkeiten, sich aktiv an der Forschung zu beteiligen. Daniel Fischer stellt in seiner Kolumne drei Projekte vor – unter anderem ein Projekt zur Suche nach »Planet Neun«. Sollten Sie ihn entdecken, vergessen Sie bitte nicht, uns zu benachrichten!
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Ihr

Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie

Fischer am Freitag: Wenn der Bürger zum Forscher wird

»Citizen Science« ist heute in aller Munde: Professionelle Wissenschaftler rufen die breite Öffentlichkeit auf, bei aktuellen Forschungsprojekten mitzuarbeiten – und Astronomen gehörten zu den ersten überhaupt, die auf diese Weise ihren gesammelten Datenmengen neue Erkenntnisse abringen ließen. Das kann mit ausgeklügelten Benutzeroberflächen massentauglich gemacht sein, oder es richtet sich nur an Interessierte, die sich bereits mit Datenanalyse auskennen. Und manchmal entdeckt auch der Bürgerforscher selbst etwas, womit der Profi gar nicht gerechnet hat.

Zur ersten Kategorie gehört das laufende Projekt Backyard Worlds: Planet Nine, bei dem den Interessenten Bilder von der Himmelsdurchmusterung des Infrarotsatelliten WISE in Form kurzer Filmschnipsel präsentiert werden: Gesucht wird nach schwachen Lichtpunkten, die sich moderat schnell zwischen den Sternen bewegen. Das könnten unbekannte Braune Zwerge in der Nachbarschaft der Sonne sein – oder auch der hypothetische »Planet Neun« im äußeren Sonnensystem. Der Zuspruch ist gewaltig: 27.000 Freiwillige haben innerhalb von Wochen bereits die Hälfte der Daten durchforstet.

Weit mehr Aufwand muss treiben, wer sich mit speziellen Messungen des Photometrie-Satelliten Kepler beschäftigen will, die diese Woche verfügbar geworden sind: Vom 15. Dezember 2016 bis 4. März 2017 hatte er immer wieder den Stern TRAPPIST-1 beobachtet, um den bekanntlich mindestens sechs Planeten kreisen, die alle regelmäßig das Sternscheibchen leicht verdüstern. Ihre Transists haben die ersten Enthusiasten binnen Stunden auch in den Kepler-Daten gefunden – aber auch Hinweise auf schwache und vielleicht starke Flare-Ausbrüche des Sterns, deren Kenntnis wichtig für die Beurteilung der Lebensfreundlichkeit der Planeten ist. Und die Jagd nach weiteren Planeten des Sterns ist eröffnet.

Zur Kategorie der unerwarteten Funde astronomischer Bürgerforscher schließlich gehört die mögliche Entdeckung, dass mit dem gemeinhin benutzen Durchmesser der Sonne etwas nicht stimmen könnte, was sich bei der jüngsten ringförmigen Sonnenfinsternis bestätigt zu haben scheint. Eine intensive Debatte über Definitionen – wo ist eigentlich genau der »Rand« der Sonne und wie scharf ist er? – und Analysemethoden (wann ist ein Sonnenring geschlossen, wann eine Finsternis total) für aktuelle und historische Finsternisse läuft seither in Fach-Foren, noch ohne ein eindeutiges Ergebnis. Klar ist nur, dass dank der heute exakt bekannten Gestalt des Mondes sowie der Mond- und Erdbahn Finsternisse die Methode schlechthin zur präzisen Vermessung der Sonne sein könnten.

Und so werden für die nächste totale Sonnenfinsternis, die im August quer über die USA zieht und eine der meistbeobachteten aller Zeiten werden dürfte, bereits ausgeklügelte Pläne entwickelt, um aussagekräftiger Messungen an vielen Orten durchzuführen. Natürlich diesmal wieder unter Einbeziehung zahlreicher Freiwilliger, die so einen Beitrag zu fundamentaler Astrophysik leisten könnten.

Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
 

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