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Liebe Leserinnen und Leser,

als jemand der in der Großstadt wohnt, kann ich von einem ungestörten Blick an den Nachthimmel nur träumen. Gerade einmal die hellsten Sterne lassen sich noch erkennen. Bei einem Besuch auf dem Land und fern von künstlicher Beleuchtung, wird erst deutlich, was es »da oben« alles zu sehen gibt. So entsteht die Sehnsucht nach dem perfekten Himmel.

In der neuen Ausgabe von Abenteuer Astronomie, die ab heute im Zeitschriftenhandel erhältlich ist, haben wir das Phänomen »Lichtverschmutzung« aus zwei ganz verschiedenen Perspektiven »beleuchtet«: Einmal besuchen wir den Sternenpark Eifel, der nicht weit von den Ballungsgebieten entlang des Rheins gelegen, einen ungestörten Blick an den Nachthimmel verspricht. Außerdem beschäftigen wir uns mit der Frage, wie man Lichtverschmutzung eigentlich sicher messen kann und stellen dabei fest, dass gerade Energiesparlampen für unseren Nachthimmel den Tod bedeuten können – den »blauen Tod«.

Auch das Thema Extrasolare Planeten findet sich im neuen Heft gleich doppelt: Einmal stellen wir ihnen den Mann vor, der 1987 fast den ersten extrasolaren Planeten überhaupt entdeckt hätte und fragen ihn, was damals eigentlich schiefgegangen ist. Dann nehmen wir uns das in den letzten Wochen so populäre Planetensystem um TRAPPIST-1 vor und untersuchen, ob es tatsächlich so lebensfreundlich ist, wie einen die unzähligen Medienberichte in den letzten Wochen haben glauben lassen.

Wer am vergangenen Samstag in Essen auf der ATT war, konnte das neue Heft schon dort in Augenschein nehmen. Einige Leser haben auch die Gelegenheit genutzt, einmal persönlich »Hallo« zu sagen. Es gab Lob für das Heft und Ideen, was man besser machen könnte. Lob freut einen natürlich immer, aber genauso wertvoll sind für uns konstruktive Kritik und Vorschläge für Themen und Artikel. Alles ist übrigens auch außerhalb von Messen per E-Mail willkommen!
Und nun viel Spaß beim Lesen.

Ihr
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Dr. Stefan Deiters
Chefredakteur
Abenteuer Astronomie
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Fischer am Freitag:

Wie Aurora-Fans und -Forscher das Phänomen »Steve« entdeckten

Die Geschichte, die der kanadische Polarlicht-Forscher Eric Donovan von der University of Calgary im März auf einer Tagung der ESA erzählt hat (im Video von etwa 1:15 bis 1:25), handelt von einem der spektakulärsten Erfolge gemeinsamer Arbeit von Amateurastronomen und Profis: Nur durch das Zusammenführen ihrer Beobachtungen ist die Geophysik auf ein bisher völlig unbekanntes Phänomen in der irdischen Hochatmosphäre gestoßen. Gar nicht mal so selten gibt es demnach schmale und schnelle Ströme besonders heißen Gases, die zu einer schwachen Leuchterscheinung führen und mit normaler Aurora verwechselt werden können. Aber die Form, die Farbe – fotografisch ein kurioses Rosa – und die Lage relativ zu den typischen Leuchterscheinungen passen nicht.

Als Entdecker können sich die Mitglieder der sehr aktiven Facebook-Gruppe »Alberta Aurora Chasers« fühlen: Sie hatten Donovan im vergangenen Sommer Bilder eines merkwürdigen Leuchtstreifens über Kanada gezeigt, den sich der Experte partout nicht erklären konnte. Schon am 25. Juli 2016 fanden aber seine Kollegen das mutmaßlich selbe Phänomen auch auf ihren eigenen automatischen Himmelsaufnahmen, während es die Aurora Chasers parallel dokumentierten und damit die Identität bestätigen konnten – und einer der ESA-Satelliten des Swarm-Trios flog praktischerweise mitten hindurch. Seine Daten waren bemerkenswert: Da gab es in rund 300km Höhe einen 25km dicken »Fluss« aus über 5700 Grad Celsius heißem Gas, der 3000 Grad heißer und 6 bis 7km/s schneller als seine fast ruhende Umgebung war.  Das reichte offensichtlich, um die Atmosphäre so weit aufzuheizen, dass sie zu glühen begann, in ungewöhnlichen roten und grünen Emissionslinien – tatsächlich ein neuartiges Phänomen, das nun intensiv erforscht wird.

Einen wissenschaftlichen Namen hat das glühende Band noch gar nicht, nur den Spitznamen »Steve« – der aus dem Animationsfilm »Ab durch die Hecke«  (Over the Hedge) stammt, wo in einer Szene so das Unbekannte schlechthin tituliert wird. Ob man es zu den Aurora-Erscheinungen zählt, ist noch unklar: Wesentliche Physik ist anders. Aurora-Fotografen rund um den Globus durchforsten nun jedenfalls ihre Archive auf der Suche nach Steves. Möglicherweise ist bei dem relativ starken Polarlicht über Norddeutschland am 17. März 2015 ein Exemplar aufgetreten (was die Kanadier nach Sichtung der Bilder aber bezweifeln). Donovan jedenfalls ist völlig begeistert über die erfolgreiche Zusammenarbeit von Amateuren und Profis, die erst dank moderner (auch Kommunikations-)Technik möglich geworden ist – und das internationale Medienecho kann sich auch sehen lassen.
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Daniel Fischer ist Redakteur bei Abenteuer Astronomie und unser Mann für wahrhaft astronomische Zahlen und Fakten. Sie können ihn befragen und sich mit ihm austauschen über redaktion@abenteuer-astronomie.de oder über unsere Facebook-Seite.
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