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Bluesletter
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BLUESLETTER 02 / 17 FEBRUAR 2017


Liebe Blues Community

Unsere Blues-Seele kann wohl kaum mehr warten, bis es losgeht. Mit tollen Konzerten am 18th Blues Festival Basel. Ja, wer wollte da zu Hause bleiben bei diesem facettenreichen, hochkarätigen Programm. Schon die Vorveranstaltung am 18. März in der Stadtkirche Liestal mit dem Blues-Gottesdienst wird ein ganz besonderer Leckerbissen.

Werfen wir heute einen Blick auf den Kirchenanlass. Zudem auf die Abende vom 5. und 9. April 2017.

BLUES IN DER KIRCHE 

Samstag, 18. März 2017, 18.00 Uhr; Stadtkirche Liestal

Es hat seinen guten Grund, diesen Anlass im Kanton Baselland durchzuführen. Von Seiten des Blues Festival Basel verbindet sich damit nämlich ein aufrichtiges Dankeschön an den Landkanton, der uns alle Jahre mit einem namhaften Betrag aus dem Swisslos-Fonds unterstützt.

Als Empfangskomitee vor der Kirche spielt ab 17.15 Uhr das Alptone Quartett mit Wilfried Wöhrle, Ingo Ganter, Bernd Vetter sowie Ute Simon und sorgt für bluesige Einstimmung auf was da kommt. Es lohnt sich, frühzeitig vor Ort zu sein. Das reichhaltige Bluesbouquet in der Kirche wird uns Frieden für die Seele sowie Energie für die Zukunft geben, dürfen wir uns doch freuen auf das
Richard Koechli Trio. Von ihm heisst es: «… mit seinen hochkarätigen Mitmusikern zelebriert Koechli auf der Bühne die Magie der vergänglichen Momente …». Vgl. untenstehendes Interview mit Richard Koechli.

Seine Special Guests sind die Bluessängerin
Christina Jaccard, «die Zürcher Lady mit dem schwarzen Sound» (vgl. Bluesletter 9/2016) sowie der begnadete Gitarrist, Sänger, Bassist und Songwriter Chicago Dave. Und einmal mehr finden in wunderbaren, spirituellen Momenten bluesige Gedanken des Bluesdiakon Reto Nägelin den Weg zu uns.

Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte erhoben.

NACHGEFRAGT   

 

Sprache wird zu Musik und Musik zu Sprache. Schon sind wir bei der unendlichen Faszination des Blues. Auf dieser Klaviatur spielt der begnadete Gitarrist, Songwriter und Buchautor Richard Koechli aus Luzern seit nunmehr 27 Jahren wie kein zweiter. Seine Leidenschaft für Blues & Folk sind weitherum bekannt und sein Lebenswerk ist schon jetzt riesengross. Picken wir uns daraus ein paar Rosinen und fragen den Künstler gleich selbst.

BFB: Beginnen wir von vorne: Woher Richard kommt Deine Liebe zum Blues? Wann und womit hat alles angefangen, gab es da vielleicht ein Aha-Erlebnis?
Richard: Es gab mehrere solcher Aha-Erlebnisse. Nicht gleich zu Beginn, denn in meiner Jugend wuchs ich erstmal mit den üblichen musikalischen Einflüssen der damaligen Zeit auf, mit Folk à la Bob Dylan oder Cat Stevens, und natürlich mit all den Pop- und Rockstars, von den Beatles über die Stones bis zu Deep Purple. Ende der 70er-Jahre kamen die Schlüsselerlebnisse. Mark Knopfler berührte mich mit seiner einzigartigen Saitenkunst, und Anfang der 80er-Jahre, als junger Mann, schliesslich die 'blue note'-Erleuchtung mit Stevie Ray Vaughan und Ry Cooder. Alle drei Weisse also, aber sie trugen den Blues-Diamanten in sich, und Cooder zudem das Geheimnis der Slidegitarrenkunst – beides prägte mich stark. Von da an wurde Blues zu meiner wichtigsten Quelle, obwohl ich mit Leidenschaft auch Folk, Rock oder Country spiele. 
 
BFB: Du als Gitarrist und Songwriter, Fausto Medici (Drums, Perkussion) sowie Michael Dolmetsch (Piano, Hammond, Akkordeon), Ihr drei bildet zusammen das Koechli Trio. Wie erlebst Du und wie gestaltet Ihr Euer Zusammenspiel?
Richard: Erstmal ist da eine grosse Vertrautheit. Wir kennen uns bereits sehr lange, die Band feiert heuer ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum; Fausto war von Anfang an dabei, und Michael kam kurz danach dazu. Wir verstehen uns blind, und ich kann in dieser Formation den Blues-Spirit wunderbar befreit ausleben. Das ist nicht selbstverständlich, denn ein Teil dieses Spirits ist die Frechheit und Verspieltheit, Songs dauernd zu verändern, sich kaum an strikte Vorgaben zu halten, den Moment zu zelebrieren. Das funktioniert nur mit Musikern, die solche Abenteuer bedingungslos mitmachen. Meine Mitmusiker machen nicht nur mit, sie prägen das Ganze auch laufend, kreativ und eigenständig.
 
BFB: Im Rahmen eines Blues-Gottesdienstes spielst Du mit Deinem Trio demnächst für uns in der Stadtkirche Liestal. Ist es für Dich etwas Spezielles, in einem Gotteshaus zu spielen. Empfindest Du hier eine andere Spiritualität als auf weltlichen Bühnen?
Richard: Also im Grunde ist für mich erstmal jedes Konzert so was wie eine 'Messe', ein Ritual; ich empfinde in der Musik etwas Heiliges – auch im Blues, der doch eigentlich oft als 'Teufelsmusik' bezeichnet wurde. Andererseits ist da sehr wohl noch ein zusätzlicher Kick, wenn ich in einem Gotteshaus spiele. Schon die Räumlichkeit, die Akustik, die andächtige Stille, das ist beeindruckend. Seit einigen Jahren bin ich zudem gläubig geworden, entdecke meine christlichen Wurzeln – und freue mich deshalb umso mehr, in einer Kirche Musik zu machen. Es ist wie ein Kreis, der sich schliesst. Ich schätze die Künste der anwesenden Gäste sehr; Christina Jaccard, Chicago Dave und Reto Nägelin, das alles wird zusammen mit dem Publikum zu etwas Wunderbarem verschmelzen.  
 
BFB: Stimmt es, wenn man sagt, dass Du als Musiker wie als Autor stets auf der Spurensuche des Blues bist, sozusagen auf dem Weg zu den Ahnen? 
Richard: Ja, auf meiner Spurensuche gehe ich den Weg der Geschichte kontinuierlich rückwärts und befasse mich seit Jahren intensiv mit den stilprägenden Pionieren der 1920er-, 30er-, 40er- und 50er-Jahre. Einerseits musikalisch, aber ebenso 'philosophisch', wenn man dem so sagen kann. Denn Blues ist für mich auch ein Spirit, eine innere Haltung, eine Qualität der Hingabe. Weil ich seit vielen Jahren mit ebenso grosser Leidenschaft schreibe, entstanden dabei auch mehrere Bücher, Fachbücher für Gitarristen und neuerdings auch belletristische Werke wie mein Roman 'Dem Blues auf den Fersen'. 
 
BFB: Dein bisheriges Oeuvre ist reich und vor allem reichhaltig. Etliche ganz unterschiedliche Preise säumen Deinen Weg, so 2013 der Swiss Blues Award, 2011 der Deutsche Musikeditionspreis für das Fachbuch «Masters of Blues Guitar». Die Filmmusik zu «Der Goalie bin ig», co-produziert mit Peter Von Siebenthal, bescherte Dir 2014 den Schweizer Filmpreis für beste Filmmusik. 2016 dann die Nomination für den PRIX WALO, Sparte Jazz/Blues. Was bedeuten diese Anerkennungen für Dich?
Richard: Man wird dadurch nicht zum besseren Musiker, doch ich freue mich sehr darüber; es ist eine wertvolle Bestätigung der eigenen Arbeit, stärkt das Selbstvertrauen und verhilft einem im harten Musikbusiness, bei Medien und Veranstaltern zu einem kleinen Extrabonus an Aufmerksamkeit. Ich denke, dafür sind sie gemacht, die Preise, nicht wahr?
 
BFB: Tief-traurig-schön kommt der Film «Der Goalie bin ig» daher. Wie seid Ihr, Du und Peter Von Siebenthal, beim Komponieren der Musik, die wunderbar passt und zu Tränen rührt, vorgegangen?
Richard: Die Geschichte von Pedro Lenz ist unglaublich stimmungsvoll, ebenso die Verfilmung von Sabine Boss. Da konnte kaum was schiefgehen; diese Story verlangte nach Bluesmusik, und es war für mich ein grosses Geschenk, dabei zu sein. Ich machte Musik, wie ich sie immer mache; wir liessen die Filmszenen laufen, ich spielte dazu spontan Gitarre, Peter Von Siebenthal wählte die besten Tracks aus und setzte sie ins rechte Licht. Voilà. Eigentlich ist 'Komponieren' da nicht das richtige Wort; ich würde eher von 'Instant Composing' reden – von Improvisation eben.
 
BFB: Eine letzte Frage, die wir allen von uns Interviewten gerne stellen: Wie wird sich der Blues entwickeln, welchen Stellenwert wird er in der Schweiz haben?
Richard: Ich fürchte mich vor Prognosen; in kirchlichen Kreisen wird das wohl nicht ungern gehört, wenn ich verkünde, dass ich nichts vom Zauber der Wahrsagerei halte (lacht). Vielleicht wird der Blues als Stil in ein paar Jahrzehnten verschwunden sein, nur noch im Museum stattfinden. Vielleicht wird das Gegenteil eintreffen und junge Generationen werden ihn laufend neu beseelen und verfeinern. Keine Ahnung. Aber selbst, wenn er verschwinden sollte – seine für immer prägende Aufgabe hat der Blues längst erfüllt, denn er war ja die Quelle für fast alles, was danach kam, Rock'n'Roll, Rock, Soul, Funk usw.  Somit wird seine Geschichte so oder so weitergehen. Und wie gesagt, da ist ja noch sein Spirit, und der ist stilübergreifend. Auch wenn ich Folk, Rock oder Country spiele – ich spiele es immer mit dem hüpfenden und etwas traurigen Herzen eines Bluesmusikers.
BFB: Hab bluesigen Dank für dieses Interview. Und auf baldiges Wiedersehen bei "Blues in Church". Zudem, wir wünschen Dir viel Erfolg mit Deiner Biografie über den amerikanischen, 1981 verstorbenen Sänger und Slide-Gitarristen Tampa Red, die diesen Frühling erscheint. (Tampa Red wäre heute weit über 100-jährig). 
18th BLUES FESTIVAL BASEL : 4. April – 9. April 2017
«Hier spielt der Blues», und wie. Heute im Fokus: 


Mittwoch, 05. April, 20.00 Uhr : « Les Trois Filets »


Sarah Jory (und Band)

 

Manche sagen: «Ohne Pedal Steel Guitar keine richtige Country Band». Wer je in den Genuss einer Pedal Steel Guitar gekommen ist, der versteht diese Aussage nur zu gut. Es geht um das gewisse Etwas, um optische und klangliche Offenbarungen. Sechs Körperteile sind im Einsatz, nämlich Hände, Füsse und Knie, wovon der Mensch bekanntlich jeweils deren zwei hat. Weltweit bekannt wie berühmt auf diesem Instrument ist Sarah Jory. Freuen wir uns auf Country Rock der Extraklasse. Mit dem gewissen Etwas.
SWISS BLUES AWARD 2017 



Und der Preis dieses Jahr geht ….,geht …, geht…. Stopp. Soweit sind wir noch nicht. Wir wissen einzig, wer nominiert ist:
DIE NOMINIERTEN
 

Marco Jencarelli, Luzern 

Der junge Luzerner ist sowohl Künstler wie engagierter Dienstleister. Und das nicht seit heute. Bereits achtzehn Jahre sind vergangen, als Marco Jencarelli zusammen mit Mischa Boesiger ihr erstes kleines Studio in Meggen gründeten. Der Erfolg übermannte und so zog man bereits nach drei Jahren mit der «Soundfarm» nach Obernau bei Kriens. Hier stehen die beiden Gründer mit ihrem Team jüngeren Künstlern zur Seite oder helfen erfahrenen deren Ideen umzusetzen. Zudem treten sie als Verleger auf. Darüber hinaus gehört das Vermieten des Tonstudios wie auch die Produktion von Singles und Alben zu einem breit gefächerten Angebot, das seitens der Gemeinde Kriens nicht unbemerkt blieb. 2014 verliehen sie den beiden Produzenten den Förderpreis für Kunst und Kultur. Der Unternehmer Jencarelli ist aber nur die Hälfte der Medaille. Vielmehr steht er als Gitarrist regelmässig auf der Bühne. Seit 1993 bei Philipp Fankhauser (Erinnert sei an: Philipp Fankhauser & Margie Evans "Unplugged" anlässlich des Blues Festival Basel 2016) etwa 70 Mal pro Jahr.
Mühle Hunziken, Rubigen (erstmals nominiert 2016)

Seit 1976 schon ist hier einer der wohl faszinierendsten Musikclubs beheimatet. Die Qualität des Gebotenen ist immer grossartig. Dahinter steckt viel Kompetenz, aber auch ein gehörige und unabdingbare Portion Herz mit Bauch. Bei einem breit gefächerten Angebot gingen hier schon nicht weniger als 4000 Shows mit mehr als 15'000 Künstlern über die Bühne. Dabei immer wieder im Fokus Blues & Roots Music. Bluesmusiker wie Canned Heat, Bob Margolin, Coco Montoya, Johnny Winter und viele mehr sorgten hier für grosse Emotionen und Hühnerhaut. Verantwortlich für die Mühle Hunziken zeichnen die Gebrüder Fankhauser.
Vallemaggia Magic Blues Festival (erstmals nominiert 2016)

Im wunderschönen Tessiner Maggiatal spielt der Blues auf Tessiner pittoresken Dorfplätzen und in heimeligen Grottos. Brontallo, Mogheno, Bignasco, Avengo, Maggia: Das sind die Geheimtipps im Vallemaggia, wo jedes Jahr ein besonderes Bluesfestival stattfindet, eben magisch, wie der Name schon sagt.  Bei Einheimischen wie bei Feriengästen ist dieses "The Smallest Big Blues Festival" längst im Kalender vorgemerkt. Das kleine aber eben grosse Open-Air-Festival überrascht immer wieder mit bedeutenden nationalen und internationalen Interpreten der Blues-Musik. Festival-Direktor Fabio Lafranchi kennt weder Handbremse noch Scheuklappen, weswegen Trends und Strömungen ihn nicht beeindrucken. Die Qualität muss stimmen.
BOOGIE WOOGIE NIGHT
mit Ben Waters und Axel Zwingenberger
 



Steht Boogie Woogie auf dem Programm, lösen sich schwer lastende Gedanken im Nu auf, Depressionen machen sich auf die Flucht. Dafür sorgen auf zwei Flügeln zwei grosse Meister ihres Fachs, deren Karrieren für sich sprechen. Aus England begrüssen wir den aufstrebenden schnellsten Boogie Woogie-Pianisten der Welt, Ben Waters (mit Band), geadelt von der britischen Times als "One of the genre's best pianist". Praktisch alle Rolling Stones-Mitglieder wirkten bei seinem letzten Album mit. Waters Gast ist Axel Zwingenberger. Förmlich durchtränkt mit diesem Musikstil und angereichert mit viel eigener Kreativität gelingt es ihm, mit enormem Drive einmalige Atmosphären aufzubauen. Mittlerweile gilt er als Vorbild ganzer Generationen.
Sonntag, 9. April, 11.00 Uhr

FESTIVAL ALLSTARS BLUES BRUNCH –
Das glanzvolle Finale des Festivals 



Den Funken zündet wie alle Jahr wieder unser Vizepräsident Fred Notter auf der Bluesharp zusammen mit einer lokalen ad hoc zusammengewürfelten Band. Bald springt der Funke über zu den Festival-Künstlern, die noch am Rheinknie weilen. Und so improvisieren in stets neuer Zusammensetzung die Musikerinnen und Musiker lustvoll den Blues zur Freude aller Besucherinnen und Besucher, die sich genüsslich am exquisiten Buffet des Volkshaus Basel verköstigen.
BLUESMOBIL ON THE ROAD AGAIN 



Seit Freitag, den 3. Februar 2017, ist es unterwegs, unser Bluesmobil. Ein Dank geht auch an dieser Stelle an die edle Sponsorin des adretten Autos, an die Emil Frey AG in Münchenstein. Und so sieht man unser Bluesmobil tagtäglich in der Stadt oder auf dem Land kurven, flitzen oder stehen im Stau. Letzteres finden wir einfach toll – der Aeschenplatz in Basel eignet sich da vorzüglich –, denn wenn das Auto im Stau steht, lässt sich der Schriftzug «Blues Festival Basel» mühelos, lange lesen. Sobald Sie unser Auto entdecken, sollten Sie dies unbedingt mit Ihrem Smartphone festhalten. Wer weiss, vielleicht gewinnen Sie einen tollen Preis. Einsendungen an: bluesmobil@bluesbasel.ch
AUSBLICK

Wir nehmen die beiden Abende vom 6. und 7. April ins Visier. Unter der Rubrik «HINTER DEN KULISSEN » stellen wir zwei Personen vor, die anlässlich des Festivals gekonnt eine gehörige Portion Verantwortung schultern. Zudem gibt es einen gluschtigen CD-Tipp, Stichwort Chicago. Und: Wir freuen uns, dass unsere Webseite und die Facebookseite solch grossen Anklang finden. Zu Recht. Praktisch täglich gibt es Neus zu entdecken. Neu kann man sich auch direkt auf der Facebookseite des Blues Festival Basel für den Bluesletter anmelden.
Konzeption/Text:
Béatrice Traxler
Blues Festival Basel - Media
beatrice.traxler@bluesbasel.ch

Layout/Realisation:
Franziska Baumann
Blues Festival Basel - Marketing Manager
franziska.baumann@bluesbasel.ch
Copyright © 2017, Blues Festival Basel, All rights reserved.






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