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Tagesausgabe
17/04/16

„Nichts und niemand kann uns den Händen Jesu entreißen“

Redaktion  |  17/04/16
Papst Franziskus beim Angelus (23. August 2015)

Wir dokumentieren im Folgenden in einer eigenen Übersetzung die Worte von Papst Franziskus beim heutigen Regina Coeli. Nach dem Mariengebet erinnerte der Papst an seine gestrige Reise nach Lesbos, wo er das Flüchtlingslager Moria besuchte. Er betete auch für die Opfer der jüngsten Erdbeben in Ecuador und Japan. Der Papst grüßte auch die von ihm am heutigen Vormittag im Petersdom geweihten Neupriester und ihre Familienmitglieder.

***

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Das heutige Evangelium (Joh 10,27-30) legt uns einige Aussagen Jesu während der feierlichen Weihe des Tempels von Jerusalem vor, die Ende Dezember begangen wird. Er befindet sich genau im Bereich des Tempels und möglicherweise suggeriert ihm dieser heilige Raum das Bild vom Schafstall und dem Hirten. Jesus zeigt sich als „der gute Hirte“ und sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen“ (VV. 27-28). Diese Worte helfen uns dabei zu begreifen, dass niemand sich als Nachfolger Jesu bezeichnen kann, wenn er nicht auf seine Stimme hört. Und dieses „hören“ ist nicht oberflächlich zu verstehen sondern bezieht uns so ein, dass ein wahres gegenseitiges Kennen möglich wird, aus dem eine großzügige Nachfolge entspringen kann, die in den Worten „und sie folgen mir“ (V. 27) zum Ausdruck kommt. Es handelt sich nicht nur um ein Hören mit den Ohren, sondern um ein Hören des Herzens!

Daher zeigt das Bild vom Hirten und seinen Schafen die enge Beziehung, die Jesus mit einem jeden von uns eingehen will. Er ist unser Führer, unser Meister, unser Freund, unser Vorbild, aber vor allem unserer Retter. So besagt der nächste Satz des Textes aus dem Evangelium: „Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen“ (V. 28). Wer kann so sprechen? Nur Jesus, denn die „Hand“ Jesu ist eins mit der „Hand“ des Vaters, und der Vater ist „größer als alle“ (V. 29).

Diese Worte vermitteln ein Gefühl absoluter Sicherheit und unendlicher Zärtlichkeit. Unser Leben ist in den Händen Jesu und des Vaters, die eins sind, vollkommen in Sicherheit: Sie sind eine einzige Liebe, eine einzige Barmherzigkeit, die ein für alle Male im Kreuzesopfer offenbart wurde. Um die verirrten Schafe – uns alle – zu retten, wurde der Hirte zum Lamm, das sich aufopferte, um die Sünde der Welt auf sich zu nehmen und zu beseitigen. Auf diese Weise schenkte er uns das Leben in Fülle (vgl. Joh 10,10). Dieses Geheimnis wird mit einer stets überraschenden Demut am Tisch der Eucharistie erneuert. Dort versammeln sich die Schafe zur Speisung; dort werden sie untereinander und mit dem guten Hirten eins.

Aus diesem Grund brauchen wir keine Angst zu haben: Unser Leben ist nunmehr vor der Verirrung gerettet. Nichts und niemand kann uns den Händen Jesu entreißen, da nichts und niemand seine Liebe besiegen kann. Die Liebe Jesu ist unbesiegbar! Der Teufel, der große Feind Gottes und seiner Geschöpfe, versucht auf vielen Weisen, uns dem ewigen Leben zu entreißen. Der Teufel vermag jedoch nichts, wenn nicht wir es sind, die seinen betrügerischen Verlockungen die Türe zu unserer Seele öffnen.

Die Jungfrau Maria hörte die Stimme des guten Hirten und folgte ihr gehorsam. Möge sie uns dabei helfen, mit Freude die Einladung Jesu anzunehmen, seine Jünger zu werden und immer in der Gewissheit zu leben, in den väterlichen Händen Gottes zu sein.

[Nach dem Regina Coeli:]

Liebe Brüder und Schwestern,

Ich danke jenen, die mit ihren Gebeten meinen gestrigen Besuch der griechischen Insel Lesbos begleiteten. Den Flüchtlingen und dem griechischen Volk überbrachte ich die Solidarität der Kirche. Mit mir verkörperten der ökumenische Patriarch Bartholomäus und der Erzbischof Hieronymus von Athen und ganz Griechenlands die Einheit in der Barmherzigkeit aller Jünger des Herrn. Wir besuchten ein Flüchtlingslager: Sie kamen aus dem Irak, aus Afghanistan, aus Syrien, aus Afrika, aus vielen Ländern… Wir begrüßten etwa 300 dieser Flüchtlinge, einen nach dem anderen. Alle drei, der Patriarch Bartholomäus, der Erzbischof Hieronymus und ich. Unter ihnen befanden sich Kinder; einige von ihnen – dieser Kinder – erlebten den Tod der Eltern und Kameraden mit, von denen einige im Meer ertrunken sind. Ich habe viel Schmerz gesehen! Auf einen besonderen Fall möchte ich eingehen, jenen eines unter 40-jährigen jungen Mannes. Gestern begegnete ich ihm und seinen beiden Kindern. Er ist Moslem und er erzählte mit, mit einer christlichen Frau verheiratet zu sein und dass sie einander liebten und sich gegenseitig respektierten. Allerdings wurde diese Frau von Terroristen umgebracht, weil sie Christus nicht leugnen und ihren Glauben nicht aufgeben wollte. Sie ist eine Märtyrerin! Und dieser Mann weinte so viel…

Gestern Nacht ereignete sich in Ecuador ein heftiges Erdbeben, das zahlreiche Opfer forderte und immense Schäden verursachte. Beten wir für diese Bevölkerungen und auch für jene in Japan, das in den vergangenen Tagen ebenso von einigen Erdbeben betroffen wurde. Möge die Hilfe Gottes und der Brüder ihnen Kraft und Unterstützung verleihen.

Heute wird der Welttag des Gebets um Berufungen begangen. Wir sind dazu eingeladen, um die Berufungen zum Priesteramt und zum geweihten Leben zu beten. An diesem Tag habe ich heute Vormittag elf neue Priester geweiht. Ich erneuere meinen Gruß an die Neupriester, die Familienmitglieder und Freunde und lade alle Priester und Seminaristen zur Teilnahme an ihrem Jubiläum während der ersten drei Junitage ein. Und ihr jungen Menschen, Burschen und Mädchen auf der Piazza: Überlegt, ob euch der Herr nicht dazu beruft, euer Leben in seinen Dienst sowohl im Priesteramt als auch im geweihten Leben zu stellen.

Euch alle, ihr Pilger aus Italien und vielen Teilen der Welt, heiße ich herzlich willkommen. Unter uns befinden sich Familien, Gruppen von Pfarrgemeinden, Schulen und Vereinigungen: Ich segne euch alle. Im Besondern grüße ich die Gläubigen aus Madrid, São Paulo in Brasilien und Warschau: mein Gruß gilt auch den Pilgern der Diözesen von Cerreto Sannita-Telese-Sant’Agata dei Goti und Siena-Colle Val d’Elsa-Montalcino in Begleitung der Bischöfe, den Gläubigen aus Specchia und Verona, des Laurenzianer-Chors aus Mortara und der Gruppe „Genitori per la terapia intensiva neonatale“ (Eltern für neonatale Intensivtherapie).

Meine Nähe erweise ich den vielen Familien, die sich um die Frage der Arbeit Sorgen machen. Insbesondere denke ich an die prekäre Lage der in italienischen Call Centers beschäftigten Arbeitnehmer. Ich wünsche mir, dass die Würde des Menschen anstatt spezifischer Interessen stets überwiegen möge.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag. Bitte vergesst nicht, für mich zu beten. Gesegnete Mahlzeit und auf Wiedersehen!

[Aus dem Italienischen übersetzt von Sarah Fleissner]


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Papst begegnete Bernie Sanders vor seinem Abflug nach Lesbos

Redaktion  |  17/04/16
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Vor seinem Abflug nach Lesbos begegnete Papst Franziskus am gestrigen Frühmorgen Bernie Sanders, dem US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten. Der Kandidat war am Freitagnachmittag zur Teilnahme an der internationalen Konferenz zum 25-Jahr-Jubiläum der Veröffentlichung der Enzyklika „Centesimus Annus“ von Johannes Paul II. im Vatikan eingetroffen. Zu den Teilnehmern an der von der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften auf den Weg gebrachten Konferenz zählten die Präsidenten von Bolivien und Ecuador, Evo Morales und Rafael Correa.

Die Konferenz fand ohne die Mitwirkung von Papst Franziskus statt. Dieser teilte in Form einer Botschaft sein Bedauern darüber mit, aufgrund der Vorbereitungen auf seine Reise auf die Insel Lesbos nicht an dem Ereignis teilnehmen zu können.

Laut Angaben aus verschiedenen zuverlässigen Quellen waren die Ehefrau, der Kanzler der Päpstlichen Akademie Msgr. Marcelo Sanchez Sorondo und der US-Ökonom Jefferey Sachs an dem Zusammentreffen im Gästehaus Santa Marta anwesend.

Die Begegnung wurde von Sanders selbst bestätigt. Während eines Treffens mit der US-amerikanischen Presse vor der Zurückreise nach New York gab er dazu die folgende Stellungnahme ab: „Es war mir eine große Ehre“, Franziskus zu begegnen. „Er ist eine der außergewöhnlichen Figuren nicht nur in der Welt von heute, sondern der Geschichte der weltweiten Moderne.“ Der Senator von Vermont berichtete ferner, dem Papst gegenüber seine Würdigung hinsichtlich dessen „unglaublicher Rolle in der Bewältigung von Themen wie der Notwendigkeit einer auf Moral und nicht Gier basierten Wirtschaft auf dem Planeten“ zum Ausdruck gebracht zu haben.

In Bezug auf die Begegnung erklärte Papst Franziskus während der gewohnten Pressekonferenz an Bord des Flugzeuges von Lesbos nach Rom gestern Abend, dass die Begrüßung einer Person nicht einer „Einmischung in die Politik“ entspreche.

Im Wortlaut sagte der Papst dazu: „Als ich heute Vormittag hinauskam, stand dort der Senator Sanders, der anlässlich der Konferenz zu „Centesimus Annus“ gekommen war; er wusste, dass ich zu diesem Zeitpunkt hinauskommen würde und war so freundlich, mich willkommen zu heißen. Ich begrüßte ihn, seine Frau und ein weiteres Paar, das im Gästehaus Santa Marta untergebracht war, denn alle Teilnehmer mit Ausnahme der beiden Präsidenten (Correa und Morales, NdR.), die meines Wissens in der Botschaft wohnten, waren in Santa Marta einquartiert. Ich ging nur hinab und reichte ihm die Hand […]. Erziehung heißt Erziehung und nicht ‚Einmischung in die Politik‘…“, so der Papst. Er ergänzte: „Wenn jemand denkt, dass ein Gruß eine Einmischung in die Politik ist, dann rate ich ihm, einen Psychiater aufzusuchen.“


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Gedicht zum Sonntag – Flüchtling sein

Britta Dörre  |  17/04/16
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Daß meine wegemüde Seele bald
Ein Obdach fände! .. Daß ein Stern mich brächte
Zu einem kleinen, stillen Birkenwald,
Ins weiche Bette stummer Sommernächte!

Doch dies ist nur ein Traum voll Seligkeit –
Daß meine Träume doch mein Leben wären,
Und wäre sonst kein Raum und keine Zeit,
Kein Weh, kein Lied, kein Ziel und keine Zähren!

In meiner Träume weißem Birkenwald
Würde ich glücklich lächelnd meine Hände
In Frieden falten. ..- Daß mein Herze bald,
Das wegemüde, bald! ein Obdach fände! —

*

Max Herrmann-Neiße (1886-1941) wurde am 23. Mai 1886 in Neiße in Schlesien geboren. Nach dem Abitur nahm er 1905 ein Studium der Literatur und Kunstgeschichte auf, das er jedoch 1909 aufgab. Er widmete sich fortan ganz dem Schreiben. 1914 veröffentlichte Herrmann-Neiße einen ersten Gedichtband. Ab den 20er Jahren verfasste er nicht nur Gedichte, sondern auch Erzählungen und trat in Kabaretts auf. Seit 1917 lebte er in Berlin. 1924 wurde er mit dem Eichendorff-Preis ausgezeichnet, 1927 mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis. Nach dem Brand des Reichstags in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 floh Hermann-Neiße mit seiner Frau nach verschiedenen Zwischenstationen schließlich nach London. In der Exilzeit schrieb Herrmann-Neiße weiter zahlreiche Gedichte. Er starb am 8. April 1941 in London.


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Meine Schafe hören auf meine Stimme

Redaktion  |  17/04/16
PASSEPARTOUT Tagesevangelium - Yellow

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.

(Quelle: Evangelium Tag für Tag© Evangelizo.org 2001-2016)


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