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Neues aus den Verlagen Wieser & Drava
Novosti iz založb Wieser & Drava

Der Wieser Verlag freut sich!!!

Lojze Wiesers Statement zur Verleihung des KELAG Preises im Rahmen der deutschsprachigen Literatur Preis an Egon Christian Leitner:

Als vor acht Jahren Egon Christian Leitner mit seinem epochalem Werk " Des Menschen Herz" (samt Gebrauchsanweisung) den Literaturbetrieb betrat, war er mit einem Schlag kein Unbekannter mehr.
"In diesem Sinne war es ein mutiger Akt von Verlagschef Lojze Wieser, ein literarisches Debüt in dieser Form herauszugeben", schreibt im Dezember 2013 Tiz Schaffer im Falter. 

Mir war klar, dass es genau dieser Ziegel sein musste, um den Literaturbetrieb herauszufordern, oder wie es Paul Pechmann, Jurymitglied des an Leitner verliehenen Förderpreises formulierte, dass das Werk auch eine "Provokation des Literaturbetriebs", sei.
Anton Thuswaldner schrieb anlässlich des Erscheinens in den Salzburger Nachrichten, Leitners Literatur würde die Tradition der "österreichischen Untergeher von Franz Innerhofer, Elfriede Jelinek und Gernot Wolfgruber" fortführen und "auf dem harten Boden der österreichischen Wirklichkeit (landen). Dabei räumt er mit allem auf, was uns heilig ist, weil er den österreichischen Sozialstaat auf seine für den Einzelnen mögliche Lebenstauglichkeit prüft." 

Das Jahr 2020 hat den Beweis erbracht. 
Leitners Literatur ist der Zeit voraus und seine Teilnahme an den Bachmann-Tagen gerade zur rechten Zeit, um die vor unseren Augen sich offenbarende Wirklichkeiten hervor zu kehren und auf den Punkt zu bringen. 

Kürzlich sagte der Autor, wir erleben die "Verdrittweltlichung der Ersten Welt (zB. ewiger, stets verleugneter Pflegenotstand), nicht durch die Flüchtlinge, sondern durch den Narzissmus der Eliten. 
Gegenmittel nach wie vor und mehr denn je sind: Paulo Freire, Erich Fromm, Günther Anders usf. 
An die Regierenden: Durch Testen aus selektieren und isolieren bedeutet weder Schützen noch Behandeln, da fehlt noch was ... Nämlich was? Wissen Sie's wirklich? Schonen, Helfen, Beistehen ... "

Informationen zu Egon Christian Leitners Bücher finden Sie HIER!


http://www.wieser-verlag.com/wp-content/uploads/2019/05/9783990293683.jpg        http://www.wieser-verlag.com/wp-content/uploads/2013/12/9783990291023.jpg
 

 

Ich zähle jetzt bis drei (2020)

ca. 850 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck
EUR 35,00, erscheint im August 2020

Inmitten des gegenwärtigen Weltenbrandes liefert Leitners Tagebuch notwendiges Löschmaterial noch und noch. Führt uns satirisch, kenntnisreich und menschenfreundlich durch Jahrhunderte und Jahrtausende und sämtliche Kontinente. Stellt sich couragiert ohne Ansehen der Person den Mördern in allen Parteien permanent in den Weg und denen, die sie wählen. Berichtet wahrheitsgemäß von Menschen sonder Zahl, die schicksalhafte, quälende, lebenszerstörende Vorgänge durchbrachen und Unglück in Glück zu drehen vermochten. Bis heute jetzt da hier. Von großen Namen und von noch größeren kleinen. Es geht alles gut aus. Wahrheitsgemäß eben.

Egon Christian Leitner: Geboren 1961, Studium der Philosophie und Klassischen Philologie. Kranken- und Altenpflege, Flüchtlingshilfe. Literaturförderungspreis der Stadt Graz 2013 und Literaturstipendium der Stadt Graz 2016. Publikationen u. a. Des Menschen Herz. Sozialstaatsroman (2012), Komm raus da. Freiheitsroman (2014), Zur frohen Zukunft. Werkstattgespräche mit Adolf Holl (= Auswege, Band 1, 2014), Vom Helfen und vom Wohlergehen oder Wie die Politik neu und besser erfunden werden kann. Gespräche mit Markus Marterbauer, Fritz Orter und Werner Vogt (= Auswege, Band 2, 2015). Zu Pierre Bourdieu, Österreich und den Rest der Welt: „Bourdieus eingreifende Wissenschaft“ (2000), „Schutz und Gegenwehr. Menschenleben und Widerstandswissen von Hesiod bis Bourdieu“ (2002); als Zeitungsartikel: „Pierre Bourdieu: Die Linken sind zwei, drei Revolutionen hintennach“ (2017), „Her mit dem neuen Sozialstaatsvolksbegehren!“ (2018).

 

AUSWEGE:

Vom Helfen und vom Wohlergehen oder Wie die Politik neu und besser erfunden werden kann (2015)

Gespräche mit Markus Marterbauer, Fritz Orter und Werner Vogt
780 Seiten, AUSWEGE 002
EUR 32,50

Seit Jahrzehnten simuliert der deutsche Kognitionspsychologe Dörner Unfälle und Katastrophen, politische, technische, ökonomische, z. B. in Städten, Staaten, AKWs, um Desaster zu verhindern. Sein legendäres Erstversuchsland hieß Tanaland, man könnte heutzutage meinen, es sei die EU. Immer wenn man als Verantwortung Tragender, Entscheidungen Treffender „Es geht nicht anders: Es ist das kleinere Übel“ zu jemandem sagt oder selber gesagt bekommt und es gar auch noch selber glaubt, befindet man sich wahrscheinlich gerade als Versuchsperson in einem grausigen Dörnerexperiment. Und zu glauben, man könne es sich für sich selber oder für die Seinen trotz allem schon irgendwie richten, gehört zum Verlauf des Experimentes. In genannter Situation ist es in renitenter Absicht zu den folgenden Gesprächen gekommen:

Der Konjunkturforscher und Sozialstaatsökonom Markus Marterbauer, der Kriegsjournalist Friedrich Orter und der Arzt Werner Vogt werden unabhängig voneinander „Was jetzt, was tun?“ und „Wie schützt man Menschen und wehrt sich selber?“ gefragt. Marterbauer gehörte zu denen, die Jahre vor der gegenwärtigen Katastrophe öffentlich vor dem sich abzeichnenden Platzen der Immobilienblase und einer daraus folgenden Weltwirtschaftskrise gewarnt haben. Werner Vogts Lebensaufgabe ist das systematische Beheben und Verhindern von Fehl- und Mangelversorgung. Vogt ist dabei deshalb nie in Fatalismus verfallen.

Das Ziel ist tatsächlich der Weg. Auf die Weise erspart man sich und den anderen die zeit- und kraftraubenden Umwege, die zu nichts führen als in die Irre, und die Ausflüchte, die ohnehin danebengehen. Wenn das Ziel der Weg ist, braucht man und darf man nichts aufschieben. Das, was zu tun ist, wird dadurch erreicht, dass man es tut, lautet eine seiner Antworten. Und Fritz Orter redet einer Opferberichterstattung das Wort, die es binnen kürzester Zeit nicht mehr geben werde, es sei denn, es gelänge ihr immer wieder, den Lauf der Dinge zu durchbrechen, zum Beispiel mit Warum-Fragen; hierzulande, in der noch nicht zur Gänze verrückt gewordenen Welt, etwa mit: „Warum gibt es kein Unterrichtsfach, das Helfen heißt?“

Zur frohen Zukunft (2014)

Werkstattgespräche mit Adolf Holl
450 Seiten, Auswege 001
EUR ca. 24,50

Das erste Gespräch mit Holl wurde im Sommer 2009 begonnen, das letzte im Dezember 2012 beendet. Dann kam der neue Papst. Holl war gewiss überrascht. Doch was seither geschieht, ist nichtsdestoweniger seit Jahrzehnten bei ihm festgeschrieben, durchgespielt, vorgedacht: in Falls ich Papst werden sollte, in Der letzte Christ und in Jesus in schlechter Gesellschaft. Es gab sogar das Zeitungsentengerücht, dass erstgenanntes Werk Hollywood inspiriert zu haben scheine. Und vielleicht sogar den Jesuitenpapst. Die Befreiungstheologen allerdings haben Holls Jesusbuch tatsächlich immer gut gebrauchen können. Und Holls Franziskusbuch, zwischendurch eher ungenutzt wie sein Lachender Christus, ist nun aktueller denn je. Und Holls rechtzeitiges Mitleid im Winter aus dem Jahr 1986 hätte in Österreich eine Prophylaxe auch für den wie immer von der falschen Seite geführten Nächstenliebewahlkampf des Jahres 2013 sein können. Was auch immer Holl seit nahezu 50 Jahren erzählt, es scheint sich gerade eben erst in Gang gesetzt zu haben, erweist sich jedoch zugleich als schon längst in vollem Gange. Eingeladen also zu einer Diskussion über Bergoglios erstes Pontifikatsjahr wies Holl im heurigen März im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kirchenrechtlich darauf hin, dass der Papst auf der Stelle mit einem einzigen Federstrich Frauen in die höchsten Hierarchien einsetzen könnte, indem er zum Beispiel zwanzig Kardinälinnen ernennte, und dass Franziskus I. ebenfalls auf der Stelle mit einem einzigen Federstrich sozusagen das kapitalistische System in den Griff bekommen könnte, indem er die vom 12. November 1323 stammende Bulle Johannes’ XXII. gegen die Franziskaner rückgängig machte. Die zum Zwecke der Diskussion anwesenden Damen und Herren aus dem Metier, respektive mit Machtverhältnissen aller Art befasst, waren von den beiden Federstrichen sichtlich überrascht.

Der 1. Band der Auswege-Reihe ist eine am Wirklichkeits- und Menschenwissenschafter Pierre Bourdieu geschulte Auseinandersetzung mit Holls bisherigem Lebenswerk – ums Mögliche und ums zu Entscheidende im Christentum – und auf Holls Vorschlag hin benannt nach einer Herberge.

Komm raus da raus (2014)

Freiheitsroman
 280 Seiten, wtb 004
EUR 14,50 / sfr 25,00

Seit Jahrzehnten simuliert der Katastrophenpsychologe Dörner Unfälle und Katastrophen, politische, technische, ökonomische, z. B. in Städten, Staaten, AKWs. Und zwar, um die Desaster zu verhindern. Er schult seine Versuchspersonen zu diesem guten Zwecke nach. Sein legendäres Erstversuchsland hieß Tanaland, man könnte heutzutage meinen, es sei Griechenland. Seine Erstversuchsstadt hieß Lohausen, man könnte heutzutage in der Realität meinen, es seien die bankrotten Gemeinden und Regionen. Und aus Tschernobyl, das Dörner genau rekonstruiert hat, wurde in der jetzigen Realität eben Fukushima.

Der sogenannte Held des Romans „Komm raus da“, der hilfsbereite, hilfsbedürftige, lebensfrohe Uwe, Uwe wie Auweh, Held heißt freier Mensch, erlebt am laufenden Band Paraphysisches, Anomien, Ausgeliefertsein, Ausweglosigkeiten, groteske Katastrophen, organisierte Verantwortungslosigkeiten in Hilfseinrichtungen, ein Milgram- und ein Dörnerexperiment nach dem anderen. Einmal etwa will er sein Eigentum einer hochanständigen Hilfseinrichtung zur Verfügung stellen und wird anständig betrogen; und einmal wird ihm über einen anderen Menschen gesagt, er werde nicht überleben, und wenn doch, dann ohne jede höhere geistige Fähigkeit, und dann, dass dieser Mensch einfach nicht therapierbar, nicht rehabilitierbar sei. Aber es ist dann zum Glück alles nicht wahr, aber es ist ein sehr anstrengender Kampf, damit das alles nicht wahr ist. Um dieses und andere Leben eben ein Kampf. Einmal zum Beispiel erlebt er mit, wie ein anderer Mensch in ein berüchtigtes Heim verschleppt wird, in das er nie und nimmer gehört, niemand gehört dorthin, und sie holen ihn da raus, und das riesige Heim wird später wegen der Grausamkeiten darin geschlossen.

„Komm raus da“, geschrieben inmitten der schwer angst- und suchtkranken Gegenwartsgesellschaft, ist eine furchtlose Inventur nach Art der Anonymen Alkoholiker – eine Vorgehensweise, unaufdringliche Fehler- und Unfallkultur, durch die sie Einsicht gewinnen in das, was sie selber falsch gemacht und wem sie Schaden zugefügt haben und wie sie das wieder in Ordnung bringen – und handelt von den Hilfseinrichtungen, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens braucht, wenn nicht er selber, dann jemand, den er liebt. Und von Menschen wie du und ich, die aber von Institutionen oder Hilfseinrichtungen oder ihren Mitmenschen wie du und ich in schwieriger Situation aufgegeben, im Stich gelassen, verloren worden sind und die jedoch wider Erwarten nicht zugrunde gegangen sind. Und davon, wie sie das gemacht haben, besser gesagt: warum sie Glück hatten. Denn die Glücksfälle gibt es auch.

 

Des Menschen Herz (2012)


Sozialstaatsroman

Buch I: Lebend kriegt ihr mich nie
Buch II: Furchtlose Inventur
Buch III: Tagebücher 2004–2011
1210 Seiten, in drei Bänden, gebunden,
mit Einführung in den Sozialstaatsroman
Lesebändchen, im Schuber
EUR 39,90 / sfr 53,90

Ein üblicher Bericht über ein Kind, das nur zufällig überlebt hat. Davon, wie Menschen waren und was aus ihnen geworden ist. Und über die Hilfseinrichtungen, deren jeder Mensch im Laufe seines Lebens bedarf; wenn nicht er selber, dann die ihm Nahestehenden. Von den Glücks- und Unfällen darin. Von erlernter Helferhilflosigkeit, professionell unterlassener Hilfeleistung, Schweigepflichten und dem Totreden. Von Not- und Zwangssituationen quer durch die Milieus und Metiers, Klassen, Schichten und Institutionen und von Happy Ends. Und über das Unterleben und über berufliches Looping. Und darüber, dass man Zeit und Zeitverlust besser in Menschenleben und Menschenleid misst. Von Systemfehlern und Systemunfällen und vom Beheben und Verhindern derselben. Eine loyale Systemanalyse von innen und von den Folgen her. Und eine all dessen, was die geld- und gesetzgebenden Politiker aufzwingen.

Ein Nachdenken über die Aussichten einer Frauen- und die Chancen einer Sozialstaatspartei. Über all die gegenwärtigen Versuche, die Politik neu zu erfinden, wirklich, rechtzeitig und gemeinsam. Und darüber, dass die Linken und Alternativen den Rechten und angeblich Konservativen immer zwei, drei Revolutionen hinten nach sind. Und wie der Staat mittels des Staates außer Kraft gesetzt wurde. Und dass die neoliberale Revolution jetzt ihre Kinder frisst.

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